Interview mit Malin Blunk

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Das mache ich doch gern.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 64 Jahre, verheiratet und ich wohne in der Nähe von Kiel. Nach 46 Berufstätigkeit genieße ich jetzt endlich meine Freiheit und den Luxus, nur das zu tun, worauf ich Lust habe.

Seit wann schreibst du?

Meine ersten Schreibversuche begannen schon im Jahr 2005. Das erste Buch diente nur dazu, mir den Frust von der Seele zu schreiben. Ich wollte es nie veröffentlichen. Aber es hatte mir Spaß gebracht, deswegen hab ich dann weiter geschrieben. Ich hatte aber auch gefühlt, dass ich besser werden könnte. Darum hab ich noch an einem Schreiblehrgang teilgenommen. Danach folgten noch zwei Bücher weitere Bücher, die ebenfalls nur für mich waren. Aber wenn ich sie mir jetzt so anschaue, so schlecht waren sie gar nicht. Vielleicht werde ich sie irgendwann mal überarbeiten. Da ich aber auch so schon voller weiterer Buchpläne bin, wird es damit wohl erst mal nichts werden.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

An meine ersten Schreibversuche mit kleinen Geschichten kann ich mich noch schwach erinnern, aber leider gar nicht an meine Motivation dabei. Da war ich nämlich erst ca. 9 Jahre alt. Vermutlich kam es daher, dass ich schon immer gelesen habe und mir als Kleinkind vorgelesen wurde. Mit dem Erwachsenwerden und dem normalen Arbeitsalltag geriet das Schreiben völlig in Vergessenheit. Später war dann der große Frust die Motivation. Er brachte mich auf die Idee, mir alles von der Seele zu schreiben. Ich konnte nämlich alle Leute im Buch sterben lassen, die mich schon lange genervt hatten. Dabei hatte ich dann auch festgestellt, dass es mir unglaublichen Spaß machte, Geschichten auszudenken und zu formulieren.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

In den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit wurde es mir klar, dass ich mich dem Schreiben widmen wollte. Ich hatte gehofft, dass ich es nebenher machen konnte, doch das wurde nichts.

Durch die Bankenkrise 2008 hatte ich mein Thema gefunden, weil mich diese Raffgier der Banker so wütend gemacht hatte. Der Staat musste die Banken finanziell stützen und die Banker zahlten sich weiter munter ihre Bonizahlungen in Millionenhöhe aus. Begründung: Weil das so in ihrem Vertrag stand.

Ich hatte mit meinem ersten Krimi "Die Boni-Connection" schon ca. 2009 angefangen. Doch das Thema war so komplex und ich war durch meinen stressigen Job mitunter wochenlang nicht zum Schreiben gekommen, dass ich oftmals selbst nicht mehr wusste, was genau ich bis dahin schon geschrieben hatte. Die richtige Muße fand ich dann erst nach Beendigung meiner Berufstätigkeit.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe bisher fünf Bücher veröffentlicht. Vier Folgen vom Privatdetektiv Phil Seegers und jetzt gerade erst vor wenigen Tagen meinen Förde-Krimi "ANDRESEN! Ein eiskalter Plan".

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Oh ja. Ganz viel natürlich im Internet, z.B. über Drogen, Waffen und sonstige Kampfmittel.Ich befürchte, die NSA oder das BKA haben mich bereits voll auf dem Kieker. :-)

Ansonsten hole ich mir medizinischen Rat bei einem befreundeten Arzt. Und an den von mir beschriebenen Schauplätzen bin ich tatsächlich gewesen, habe sie mir angesehen und auch fotografiert, um mir später die Situation vorstellen zu können.

Wo schreibst du am liebsten?

Es gibt nur zwei Orte. Mein kleines Arbeitszimmer oder mein Sommerhaus in unserem Garten. Dort aber nur - wie der Name schon sagt - im Sommer.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, ich gehe meist erst nachmittags an den PC. Und wenn ich mich an den PC setze, dann weiß ich auch schon, was ich schreiben will. In meinen Gedanken bin ich eigentlich ständig "am Schreiben". Das geht aber auch, wenn ich im Garten in der Sonne liege. In der Endphase eines Buches ist es meistens so, dass ich kaum noch Schlafen kann, weil mein Geist nicht zur Ruhe kommt. Dann sitze ich auch schon mal um 5.00 Uhr morgens am PC, um das loszuwerden, was sich mein Gehirn in der Nacht ausgedacht hat. Beim Schreiben reicht mir hin und wieder ein Stück Schokolade, um den geistigen Speicher wieder aufzufüllen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich werde in den nächsten Tagen einen neuen Förde-Krimi mit Kommissar Andresen in Angriff nehmen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ja, ganz klar Karin Slaughter! Ihre Krimis habe ich regelrecht verschlungen. Allerdings habe ich ihr nie verziehen, dass sie Chief Jeffrey Tolliver hat sterben lassen. Mit dem neuen "Helden" ihrer Romane, Will Trent, bin ich nie richtig warm geworden.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Wie oben schon genannt. Von deutschsprachigen Autoren außerdem noch Sebastian Fitzek. In letzter Zeit lese ich auch viel "Fachliteratur". Damit meine ich Bücher über Dramaturgie, Rechtsmedizin oder von einem echten Profiler.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich liebe Backen und bin sehr kreativ dabei. Ständig erfinde und verbessere ich eigene Rezepte. Die werden fotografiert und aufgeschrieben. Ich hatte sogar schon mal an ein eigenes Rezeptbuch gedacht.

Ansonsten gehört Sport zu meinem täglichen Leben. Morgens im Bad geht es schon los. Da habe ich ein paar Beweglichkeits- und Kraftübungen, die bei flotter Musik durchgeturnt werden. Außerdem fahre ich gerne Rad und turne abends sehr oft mit Hanteln, ganz besonders wenn ich viel schreibe und lange am PC sitze. Mein Rücken sagt mir, wann er es braucht.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Eine schöne Kreuzfahrt in der Karibik machen, wenn ich genug mit dem Schreiben verdient habe. :-)

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich freue mich immer über Feedback, das ist doch das Brot eines jeden Kreativen. Man braucht Rückmeldungen, um zu sehen, wo man steht und ob es bei den Leute auch genau so ankommt, wie man das selbst gemeint hat. Manchmal denken die Leser allerdings auch ganz anders. Da wurde ich einmal gefragt, warum ich Phil Seegers denn nach dem fiesen Typen von der Lindenstraße benannt habe...

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Das Schreiben bereitet mir eine so große Freude und ich hoffe, ihr habt ebenso viel Freude beim Lesen dabei. Wenn das so ist, dann können wir noch viele schöne Jahre miteinander verbringen.


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