Interview mit Sonja Rüther

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich lebe in Buchholz in der wunderschönen Nordheide. Hier betreibe ich auch meinen Verlag Briefgestöber (www.briefgestoeber.de) und meinen Kreativhof (www.ideenreich-kreativhof.de). Meine Romane werden unter meinem Namen, Sonja Rüther und unter dem Pseudonym Sanne Averbeck veröffentlicht. Neben dem Schreiben zeichne ich sehr gerne, am liebsten Zombies. Es fasziniert mich, Themen auf unterschiedliche, kreative Weisen anzugehen. Egal ob ich aus einer Idee einen Thriller, eine Horrorgeschichte oder ein Kunstwerk mache, es macht Spaß, sich künstlerisch auszudrücken. Hierfür nehme ich auch gerne Uhrwerke auseinander oder klebe kleine Welten unter Tische.

Seit wann schreibst du?

Ich habe schon als Kind Bücher lieber zur Seite gelegt, um selbst zu schreiben. Das Schreiben war für mich schon immer eher ein Lebensgefühl als der feste Vorsatz, mal einen Roman zu veröffentlichen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Meine Schubladen waren voll mit unfertigen Texten, Kurzgeschichten, Gedichten und Songtexten. Ich hatte mir nie groß Gedanken darüber gemacht, ob ich einen Roman auch fertig stellen könnte. Durch ein paar Zufälle konnte ich dann vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal als Testleserin tätig werden. An einem Schreibprozess auf diese Weise mitwirken zu dürfen ist ungemein lehrreich. Zum einen begreift man, dass nahezu jeder Schriftsteller sich mit seinem Text plagen muss, bevor er in Buchform die Leser begeistern kann. Das Hobeln und Schleifen gehört dazu. Es ist sehr ermutigend, zu wissen, dass man nicht perfekt sein muss. Zum anderen entwickelt man durch diese Arbeit ein besseres Textgefühl und Verständnis für das Handwerk. Jener Autor war es dann auch, der mich ermutigte, meine Ideen weiter auszubauen und am Ball zu bleiben. Und irgendwann war dann mein erster Roman Blinde Sekunden fertig.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Es gab diesen Moment, in dem ich meinen ersten Roman online in den Shops finden konnte und Leser die ersten Rezensionen dazu geschrieben hatten, und ich dachte: „Wow, ich bin Autorin!“

Ich habe nie verstanden, wie man sich dieses Schaffen als eine Art Berufswunsch zum Ziel setzen kann. Es klingt sicher hoffnungslos romantisch, aber so sehe ich das: Mein Lebensgefühl ist eher zufällig auch mein Beruf geworden.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Solospielbücher Flucht aus Rogogard und Perdórs Untergang zur Ulldart-Reihe von Markus Heitz, die Thriller Blinde Sekunden, Tödlicher Fokus und Die Gästeliste (letzteren Titel unter dem Pseudonym Sanne Averbeck), dann noch die Horror-Kurzgeschichte Eine Spur aus Frost und Blut. Und als Herausgeberin, Verlegerin und mitwirkende Autorin Aus dunklen Federn I + II. Und dann ist da noch mein Kurratgeber Der Weg zum Kur-Erfolg.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, und das mit Begeisterung. Zeitweise war ich richtig fit in den Themen Biochemie und wie Erinnerungen im Gehirn gespeichert werden. Im letzten Roman habe ich mich intensiv mit Facebook und das Verhalten in sozialen Netzwerken auseinander gesetzt. Während des Schreibens eigne ich mir einiges an Wissen an, von dem nur ein Bruchteil Erwähnung findet, aber trotzdem hilft es dabei, die Geschichten rund und lebendig zu gestalten.

Wo schreibst du am liebsten?

Am liebsten auf dem Sofa im Schneidersitz sitzend.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Laptop auf und los ;-)

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Es hat etwas mit Indianern und einem roten Drachen zu tun, mehr kann ich leider noch nicht verraten.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

In gewisser Weise haben alle Autorinnen und Autoren Einfluss genommen, die mich mit ihren Büchern begeistert haben. Jennifer Roberson, Hickman und Weis, Kai Meyer ... Aber die Zusammenarbeit mit Markus Heitz hat mein Schreiben am meisten beeinflusst.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Die Saga Das dunkle Schwert von Tracy Hickman und Margaret Weis war meine Einstiegsdroge in die Phantastik. Eine Figur wie Simkin ist mir bislang in keinem anderen Roman je wieder begegnet. Die Cheysuli-Saga und die Schwerttänzer-Saga von Jennifer Roberson liebe ich. Kai Meyers Rattenzauber gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern so wie die gesamte Ulldart-Reihe von Markus Heitz, Kinder des Judas, Die Mächte des Feuers ...

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Zeichnen, Karaoke singen, Isle of Skye spielen, Dinge auseinandernehmen und zu Kunstwerken umbauen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich würde gerne mal als Komparsin bei einem Filmdreh mitmachen. Ich finde es faszinierend, andere kreative Berufe kennenzulernen und Profis über die Schulter schauen zu dürfen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig, weil ich meine Romane für die Leser schreibe und natürlich sehr daran interessiert bin, wie ihnen die Geschichten gefallen. Besonders freut es mich, wenn Aspekte positiv hervorgehoben werden, die beim Schreiben ein kleines Wagnis dargestellt haben. Wie zum Beispiel in Die Gästeliste die Textschnipsel von Lydia Raymond.

Aber auch negative Kritik finde ich wichtig. Man kann nicht jeden Geschmack treffen, aber ab und an wird auch etwas kritisiert, das mich weiterbringt. Manchmal ist es auch spannend, was Leser für Fehler finden, die zuvor weder mir noch den Testlesern oder dem Lektoren aufgefallen sind.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich bedanke mich für dieses Interview und dass ich so viel zu meinem Lieblingsthema schreiben durfte. Falls jemand noch Fragen zum Thema Schreiben, zu mir, meinen Romanen oder anderen kreativen Dingen hat, kann mich gerne über meine Homepage oder Facebook anschreiben.


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