Interview mit Oliver Becker

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Gern. Ich bin verheiratet, habe 2 Kinder und lebe in Frankfurt. Und ich arbeite seit vielen Jahren in der Werbung. Und natürlich, klar, ich schreibe Bücher. Historische Romane wie die „Krähentochter“, Krimis wie „Der Dritte Mord“ oder auch Romane, die schwerer einem Genre zuzuordnen sind wie „Marovaka Blues“ oder kleinstadtghetto ballade“.

Seit wann schreibst du?

Schon seit so langer Zeit, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann, wann es angefangen hat.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Mich haben Geschichten immer mehr angezogen als Geschichte. Karl May mehr als Karl Marx. Sozusagen ... Es war wohl unausweichlich, dass ich irgendwann angefangen habe, eigene Geschichten zu erzählen bzw. aufzuschreiben.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ausschließlich als Autor zu leben und zu arbeiten, habe ich eigentlich nie angestrebt. Ich wusste immer nur, dass ich irgendwann einmal einen Roman veröffentlichen wollte. Und ich hätte nie gedacht, dass es einmal so viele und so unterschiedliche werden würden.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Am bekanntesten ist die „Krähentochter“-Trilogie. Eine Historische Roman-Reihe, die – hauptsächlich – im Schwarzwald zur Zeit des dreißigjährigen Krieges spielt. Aber es gibt noch zwei weitere historische USA-Romane und, wie schon gesagt, mehrere Krimis.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Jede Menge. Also, vor allem für die historische Romane. Es ist kein Problem, sich einen Gesamtüberblick über ein Epoche zu verschaffen. Viele schwieriger ist es, die kleinen Recherche-Juwelen zu finden. Damit meine ich, Tagebücher, Originaldokumente- und Abschriften aus alten Zeiten. Denn gerade solche Sachen geben viel her hinsichtlich Lebensalltag. Wie haben die Leute Tag für Tag gelebt, gearbeitet, gekämpft, gegessen, sich angezogen, sich gepflegt, ihr Krankheiten geheilt? Es ist oft das Detail aus dem täglichen Leben, das einen als Autor vor Schwierigkeiten stellt, nicht der große Gesamtzusammenhang.

Wo schreibst du am liebsten?

Eigentlich mittendrin im Familiengeschehen. Also bei uns im Esszimmer. Sprich, es muss nicht mucksmäuschenstill sein. Und das ist es auch nie ...

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich vermische gern Recherche und Schreiben. Also, wenn ich anfange, weiß ich noch nicht bis ins letzte Detail, wie die Geschichte sich entwickeln wird. Mir reicht die Grundausrichtung. Dann ist das Schreiben für einen selber auch überraschender. Aber das hast du wahrscheinlich nicht mit deiner Frage gemeint. Ein richtiges Ritual hab ich eigentlich nicht. Einfach loslegen und dranbleiben.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja, ich habe kürzlich einen neuen Krimi beendet, der im Herbst erscheinen wird. Und grüble momentan über eine Fortsetzung nach ...

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich habe nie versucht, wie ein bestimmter Autor zu schreiben. Auch weil ich nie auf ein bestimmtes Genre festgelegt war. Im Gegenteil, ich habe immer versucht, jede Geschichte ganz neu zu sehen und ganz neu zu schreiben.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Eher die „großen Alten“. William Faulkner, zum Beispiel. Von ihm ganz besonders „Als ich im Sterben lag“ oder „Absalom Absalom“. Oder auch Bücher von Emile Zola: „Die Erde“, „Das Werk“ oder „Germinal.“

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Am liebsten würde ich einfach mal nichts tun in meiner Freizeit ....

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Wenn man Kinder hat, hat man fast keine Wünsche mehr für sich selbst. Jedenfalls geht’s mir so. Ich hoffe, dass alles in etwa so bleibt, wie es gerade ist, damit wäre ich sehr zufrieden.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Klar, ist man neugierig darauf, wie die Sachen ankommen. Wie Geschichten und Figuren gesehen und aufgenommen werden. Aber richtig konstruktive Kritik, mit der man wirklich etwas anfangen kann, ist selten geworden, finde ich. Wie fürs Schreiben muss man sich auch fürs Kritisieren Zeit nehmen. Sonst kommt nicht viel dabei heraus.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Gern, der Dank geht an dich. Und was ich den Lesern sagen möchte? Hört nicht auf zu lesen. Denn Kopfkino ist viel erfüllender als richtiges Kino.


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