Interview mit Peter Brentwood

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Im Gegensatz zu den Protagonisten in meinen Büchern führe ich ein eher unspektakuläres Leben als Vater einer Familie mit drei erwachsenen Kindern. Von der Ausbildung her bin ich Naturwissenschaftler, was sich auch in der Thematik meiner Bücher widerspiegelt. Meine Umgebung nimmt mich als Einzelkämpfer/Eigenbrötler wahr, ich bin als Atheist/Nihilist aus der Kirche ausgetreten und irritiere manchmal meine Mitmenschen als Querdenker/Querulant. Tattoos und Piercings habe ich keine, denn ich bin überzeugter Reinhäuter vom Scheitel bis zur Sohle / bin ein Schisser, der bei jedem Nadelstich sofort zusammenzuckt. Jeder kann sich aussuchen, ob er jeweils den Text vor oder hinter dem Schrägstrich liest. 

Seit wann schreibst du und wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?  

Genaugenommen schon seit meiner Schulzeit. Aufsätze schreiben, hat mir eigentlich immer Spaß gemacht, in der Oberstufe wurde es mir dann verleidet. Die Themen, über die wir schreiben sollten, waren mir zu abgehoben. Danach habe ich als Wissenschaftler zahlreiche Fachbeiträge veröffentlicht. Erst in den letzten fünf Jahren durch die Entwicklung von e-Books in Zusammenhang mit Selfpublishing bin ich auf den Geschmack gekommen, im Eigenverlag Bücher zu veröffentlichen. Da das Ganze für mich ein Hobby ist, will ich mich nicht an einen Verlag binden, der mich mit Abgabeterminen nervt und mir vorschreibt, was ich wie zu schreiben habe.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Abgesehen von einigen Kurzgeschichten sind es bis jetzt fünf Kriminalthriller. Die Trilogie um den eigenwilligen Ermittler Carl Leman besteht aus lauter „Doppel“-Titeln: „Dual Life – Doppelleben“, „Double Standard – Doppelmoral“ und „Duplicity – Doppelspiel“. Die englisch-deutschen Titel habe ich gewählt, um den Titelschutz bereits bestehender Bücher nicht zu verletzen. Der rote Faden, der sich durch die drei in sich abgeschlossenen Stories zieht ist der Privatkrieg, den Leman gegen den Mafia-Clan der Familie Bartocelli führt. Dabei kämpft er nicht immer mit legalen Mitteln. 

„Hearst Castle“ ist gewissermaßen ein Spin-Off der Trilogie, da zwei Charaktere aus „Dual Life – Doppelleben“ hier wieder auftreten. 

„Mit nur einem Schlag“ spielt nur teilweise in den USA. Andere Schauplätze sind in Italien, Griechenland und Bulgarien.

Wichtig ist mir immer, dass ich meine Geschichten so erzähle, das nichts ist wie es scheint. Ein oder mehrere Charaktere entpuppen sich am Ende als „falsche Fuffziger“ und immer bekommen sie es zu tun mit einer willensstarken Protagonistin.  

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Meine Geschichten haben immer einen (rechts-)medizinischen Hintergrund. Lass mich drei Beispiele nennen: Bei „Dual Life – Doppelleben“ geht es um DNA-Analysen und Fehler, die dabei auftreten können. Bei „Duplicity – Doppelspiel“ bricht zuerst in Afrika und dann in den USA eine Ebola-Epidemie aus und bei „Mit nur einem Schlag“ geht es um transorbitale Lobotomie, einen im vorigen Jahrhundert häufig durchgeführten neurochirurgischen Eingriff, bei dem dem Patienten bei vollem Bewusstsein ein Metallstift seitlich am Augapfel vorbei über die Augenhöhle zwischen die Frontallappen des Hirns gestoßen wird. Ganz schön gruselig, nicht? Ich darf zwar behaupten, dass ich über einiges an Fachwissen verfüge, aber viele Einzelheiten muss ich dann doch nachlesen. Es ist auch spannend, was man beim Recherchieren so alles findet. Viele Ideen für die Stories entstehen erst während der Recherche.

Viele der Locations habe ich schon selbst einmal bereist. Sollte das nicht der Fall sein, greife ich gerne auf Google-Streetview zurück. 

Wo schreibst du am liebsten?

Überall dort, wo ich Ruhe habe und am Stück ein bis zwei Stunden arbeiten kann. Das ist meist zuhause, bei schönem Wetter gerne im Garten. Aber auch auf langen Zugfahrten habe ich schon so manche Seite getippt.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Rituale im engeren Sinn habe ich keine. Aber es gibt so ein paar Regeln, die ich einhalte. Die wichtigste: arbeite nie an zwei Büchern gleichzeitig! Ich mach mir schon mal Gedanken über das Folgeprojekt und vielleicht auch Notizen. Aber mit dem Plotten fange ich erst an, wenn das vorherige Buch veröffentlicht ist. Und damit habe ich auch schon verraten, dass ich zu den Plottern gehöre. Ich plane die Handlung sehr genau, bevor ich den ersten Satz schreibe, was nicht ausschließt, dass während des Schreibens noch neue Ideen einfließen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Mein aktuelles Projekt trägt den Arbeitstitel „Die Augenzeugin“. Ich weiß noch nicht, ob ich diesen Titel nehmen kann, da es leider schon ein Buch mit diesem Titel gibt. Es geht um eine Frau, die als Einzige einen Mörder gesehen hat. Dieser will sie töten, aber das gelingt ihm nicht. Jedoch verliert die Frau bei dem Überfall ihr Augenlicht, sodass sich der Täter in Sicherheit wähnt. Inspiriert hat mich die Geschichte durch einen Fachartikel über Retinachips. Dazu wird auf die Netzhaut ein Chip eingepflanzt, der Videosignale von einer Kamera empfängt und an die darunterliegenden Sehzellen sendet, die das Signal über den Sehnerv ans Gehirn weiterleiten. Das ist keine SciFi, das gibt es bereits. Als die erblindete Augenzeugin einen solchen Retinachip bekommt, gerät sie erneut ins Visier des Täters.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat und was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Einen bestimmten Autor eigentlich nicht. Es gibt eine Reihe von Autoren, von denen ich etliche Bücher gelesen (oder auf Hörbuch gehört) habe. Meine Lieblingsautoren sind Harlan Coben, Jeffery Deaver, John Katzenbach, Jussi Adler-Olsen, aber auch deutsche Autoren wie Arno Strobel, Bernhard Aichner oder Klaus Peter Wolf. Ich mag Geschichten, in denen Protagonisten als originelle Charaktere ausgearbeitet sind. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin leidenschaftlicher Fotograf mit Schwerpunkt auf Natur, Landschaft, Reisen, Menschen. Ich bin kein Sportfreak, achte aber auf genügend Bewegung durch Wandern und Radfahren.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Endlich in Rente gehen zu können und ein komplettes Winterhalbjahr (Oktober bis März) mit dem Wohnmobil durch Neuseeland touren.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das ist mir sehr sehr wichtig, auch wenn die Geschmäcker natürlich verschieden sind. Leider ist der Anteil der Leser, die auf Amazon eine Bewertung abgeben verschwindend gering, ich schätze mal unter einem Prozent. Aber darüber beklagen sich auch andere Autoren.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich habe zu danken. Wenn ich Euer Interesse geweckt habe, so besucht doch bitte meine Autorenseite peterbrentwood.weebly.com. Dort findet Ihr neben den Vorstellungen der Bücher auch Hintergrundinfos und Leseschnipsel zu den Charakteren und den Locations. 


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