Interview mit Tino Hemmann

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Selbstverständlich. Ich kam im Februar 1967 in Leipzig zur Welt. Nach Lehre, Hochschulreife und Studium kam ich irgendwann zu meiner eigenen Druckerei, aus der später ein Verlag herausgegründet wurde. Ich bin inzwischen dreißig Jahre verheiratet, Vater von drei halbwegs erwachsenen Kindern und seit wenigen Wochen auch Großvater.

Seit wann schreibst du? 

Vermessen gesagt: Seit der ersten Klasse. In der Schule wurden meine Aufsätze ziemlich lang und fantasiereich, sodass ich bereits mit zwölf Jahren in einen Schreibzirkel geschickt wurde. Das erste Buch schrieb ich zwischen meinem zwölften und vierzehnten Lebensjahr; damals noch ohne Computer und Internet. Dieses Buch wurde über fünfundzwanzig Jahre später unter dem Titel „Sonnemacher“ veröffentlicht.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ich bin mir bis jetzt nicht ganz sicher, ob ich einer bin. Mein heutiger Beruf ist Verleger. Der Autor ist und bleibt wohl das Hobby. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Das waren etliche:

- OST gegen WEST. Leipzig 2004, ISBN 978-3-937290-96-6

- Nomenclatura – Leipzig in Angst. Leipzig 2005, ISBN 978-3-938288-99-3

- Vogelgrippe. Der Krimi. Leipzig 2006, ISBN 978-3-939404-60-6

- Und weil die Stunde kommt. Leipzig 2007, ISBN 978-3-86703-177-6

- Dialog 500 Stufen über Leipzig. 2., überarbeitete Auflage. Leipzig 2008, ISBN 978-3-86703-700-6

- quod erat demonstrandum. Krimi. Leipzig 2008, ISBN 978-3-86703-939-0

- David Knackmann, David Knackmann. Fantasy-Band 1 und 2 in einem Buch. Leipzig 2008, ISBN 978-3-86703-944-4

- Hugo. Der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit. 4., überarbeitete Auflage. Leipzig 2009, ISBN 978-3-86901-500-2

- Sonnemacher. Die Erzählung einer abenteuerlichen Kindheit. Leipzig 2009, ISBN 978-3-86901-400-5

- Helagonitis (Das Leipziger Experiment). SF-Horror. 2., überarbeitete Auflage. Leipzig 2011, ISBN 978-3-937290-64-5

- Jonny Juicebag: Der allerletzte Weltraum-Kurier. Science-Fiction-Parodie. Leipzig 2011, ISBN 978-3-86268-267-6

- Tote Leiche. Sachsenkrimi. Leipzig 2011, ISBN 978-3-86268-573-8

- Götter des Grauens. Abenteuerroman. Leipzig 2011, ISBN 978-3-86268-650-6

- Der Rat der Planeten. Erweiterte und überarbeitete Gesamtausgabe der Space

- Opera. Leipzig 2012, ISBN 978-3-86268-760-2

- Misericordias Domini. Horror. 2., überarbeitete Auflage. Leipzig 2012, ISBN 978-3-86268-827-2

- David Knackmanns unglaubliche Vorlesenacht der vierten Klassen. Leipzig 2012, ISBN 978-3-95488-046-1

- Shinkh. Thriller. 2, überarbeitete Auflage, Leipzig 2012, ISBN 978-3-86268-936-1

- Blinde Krokodile. Action-Komödie. Leipzig 2013, ISBN 978-3-95488-497-1

- Auf Wiedersehen, Bastard! (Proshchay, ublyudok!) 1 - Die Schlacht in Magnitogorsk. Thriller. Leipzig 2013, ISBN 978-3-95488-410-0

- Auf Wiedersehen, Bastard! (Proshchay, ublyudok!) 2 - Die Stimmen von Moskau. Thriller. Leipzig 2013, ISBN 978-3-95488-444-5

- Auf Wiedersehen, Bastard! (Proshchay, ublyudok!) 3 - Showdown in Kroatien. Thriller. Leipzig 2014, ISBN 978-3-95488-751-4

- 2136. Leipzig 2015, ISBN 978-3-95744-582-7

- Wer bleibt Millionär? Thriller. Leipzig 2016, ISBN 978-3-96008-241-5

- Die Zeit schlägt ihre Ratten tot. Thriller. Leipzig 2016, ISBN 978-3-96008-682-6

und ein Sachbuch:

- Engelsdorf bleibt! Die Geschichte einer mitteldeutschen Gemeinde. Leipzig 2009, ISBN 978-3-86901-099-1

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Oh, ja. Allerdings mal mehr und mal weniger. Zu „Hugo“ hat die Recherche mehrere Jahre gedauert. Zu anderen Büchern habe ich mich lange informiert: Bei „Shinkh“ zu China, bei „Und weil die Stunde kommt“ zu Afghanistan und zum Islam oder bei „Showdown in Kroatien“ – dem dritten Bastard-Band mit dem Jugoslawienkrieg. 

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause oder auch im Büro.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Gewissermaßen schon. Ich fang dann mit Schreiben an, wenn der Stress am größten ist. Schreiben ist für mich das Abschalten von der Wirklichkeit und das Eintauchen in eine virtuelle Welt. Man kann es durchaus als Meditation bezeichnen. Ich sehe das, was ich aufschreibe richtig vor mir, als würde ein Film ablaufen. Ich besitze sehr viel Fantasie.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Momentan muss ich mich beruflich sehr stark machen – das heißt, viel Zeit in die Manuskripte anderer Autoren investieren. Es bleibt also wenig Zeit zum Schreiben. Ich arbeite derzeit an einem Drehbuch und wenn Zeit ist, an einem weiteren Thriller, der in die kybernetische Zukunft führen soll.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Definitiv, denn als Kind und Jugendlicher habe ich bereits extrem viel gelesen. Karl May, Jules Verne, Mark Twain, Stanislaw Lem und wie sie alle hießen. Am meisten hat mich jedoch der ostdeutsche Kinder- und Jugendbuchautor Gunter Preuß beeinflusst, weil er mir viele Jahre lang meine Manuskripte um die Ohren haute.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Eines der Lieblingsbücher meines Lebens waren „Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer“ von Twain. Die habe ich sooft gelesen, dass ich irgendwann ganze Abschnitte auswendig kannte. Ähnlich ging es mir später mit Lems Sterntagebüchern. Ein Buch aus der „Neuzeit“, das mich sehr begeistert hat (wie auch der Film), war „Enders Spiel“ („Enders Game“) von Orson Scott Card.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin ein Filmnarr. Neben den Aktivitäten mit der Familie sitze ich auch gern vor der Glotze und schaue mir die wirklich guten Filme an.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Mein großer Traum ist und bleibt eine Verfilmung. Mit „Hugo. Der unwerte Schwatz“ war ich schon nah dran, doch aus irgendwelchen Gründen wurde das Drehbuch, das ich dazu geschrieben habe, noch nicht verfilmt.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr, sehr wichtig. Passiert gar nichts, entsteht ein Vakuum – gleichbedeutend mit: Das interessiert keinen. Wichtig ist natürlich ein aufrechtes Feedback. Selbstverständlich trifft man mit einem Buch niemals alle Lesernerven. Aus negativen Bewertungen kann man sehr viel lernen, viel mehr, als aus positiven.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Als Verleger und Autor wünsche ich mir vor allem, dass noch lange und viel gelesen wird. Lesen ist in meinen Augen der Hauptstoff für ein gutes Allgemeinwissen und bildet die Fantasie aus. Junge Eltern sollten ihrem Nachwuchs das Leseerlebnis nicht vorenthalten. 


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