Interview mit Walter Bachmeier

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Das mach ich doch gerne!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Über mich gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Aber Na ja. Ich bin 60 Jahre alt und eigentlich von Beruf Koch. Ich lebe derzeit im größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt – in der Holledau oder für Nordlichter Hallertau. Das liegt im Herzen Bayerns in der Nähe zu Ingolstadt. Der Ort in dem ich wohne, heißt Münchsmünster. Mich hat mal ein Journalist gefragt wo denn das läge, er kenne das nicht. Wohl irgendwo zwischen München und Münster? Stimmt ja irgendwie. Geboren bin ich … Ja natürlich bin ich geboren. Das war anno Domini 1957 in Karlsruhe. Seit 1958 lebe ich hier in der schönen Hallertau und bin soweit eigentlich zufrieden. Mir gefällt‘s hier gut, allerdings … Das steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht noch kurz etwas über meinen Bildungsgrad? Gerne! Ich hab weder studiert noch sonst irgendwie eine höhere Schule besucht – nur die höchste Schule überhaupt: Das Leben!

Seit wann schreibst du?

Ich schreibe seit … meiner Schulzeit. Meine Aufsätze dort wurden oft mit dem Vermerk „Unglaubwürdig! Reine Fantasie!“ versehen. Allerdings war ich immer recht gut in Deutsch. Richtig angefangen hab ich 1982 mit meinem ersten Buch, das auch sofort veröffentlicht wurde.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Wie schon angedeutet, hab ich 1982 mein erstes Buch veröffentlicht und wie kann es anders sein, wenn man den Beruf des Kochs gelernt hat? Richtig! Man schreibt ein Kochbuch! Ich hatte das Glück, ein altes handgeschriebenes Kochbuch meiner Urgroßmutter in die Finger zu bekommen. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme dafür und hab‘s überarbeitet. Eigentlich nur für mich. Aber dann hat‘s mich gepackt und ich hab‘s dem Ludwig Verlag in Pfaffenhofen angeboten. Die Inhaberin Frau Ludwig hat es sofort genommen, mit Gedichten des Münchner Turmschreibers Herbert Schneider versehen und veröffentlicht. Von da an ging es weiter. Ich hab meinen gelernten Beruf aufgegeben und diverse Geschichten, Erzählungen und Artikel für Zeitungen verfasst. An eine erinnere ich mich besonders gerne. Das war die Geschichte vom kleinen Peter, der das große Glück suchte. Die wurde im Altöttinger Liebfrauenboten als Kindergeschichte angedruckt.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Ab dem Moment, als ich erfuhr, dass meine Geschichten gut ankommen. Das war aber erst vor neun Jahren. Eigentlich war ich auch dazu gezwungen, da ich einen Schlaganfall erlitt und somit nicht mehr anderweitig arbeiten konnte. Ich hab damals gedacht: „Was willst du jetzt tun? Was kannst du noch tun?“ Ich entsann mich auf die Zeit meiner literarischen Anfänge und bekam wieder Lust zum Schreiben. Also hab ich mich in die Arbeit gestürzt.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Das ist eine ganze Menge:

Angefangen hat das Ganze mit meinen Holledauer Regionalkrimis:

„Kommissar Weininger - Die Tote von St. Kastl“, „Kommissar Weingartner – Holledauer Schlachtfest“, dann mein Kochbuch neu überarbeitet und veröffentlicht. Weiters dann einen dreibändigen Roman: „Benedikt Furtmayr – Das Forsthaus“, „Benedikt Furtmayr – Julia“, „Benedikt Furtmayr – Tina“ Danach noch zwei Krimis mit Kommissar Kneitinger „Der Pfarrermord“ und „Die zwölf Apostel“ vielleicht kommt noch ein dritter Kneitinger dazu.

Nun hab ich mir aus bestimmten Gründen einen neuen Verlag gesucht, mit dem ich ganz gut klarkomme: Den Midnight Verlag. Dort werden meine Bücher zwar nur als E-Books verlegt, aber immerhin … Hier hab ich begonnen, meine Alpenkrimis zu schreiben. Zu allem Überfluss – oder auch nicht, begann ich hier gleich mit zwei Serien gleichzeitig: Chefinspektor Martin Egger und mein ganz persönlicher Liebling Frau Polizeimajor Valentina Gründlich. Die beiden haben von mir folgende Aufmerksamkeit erhalten:

Egger: „Affären, Alpen, Apfelstrudel“ und „Berge Brotzeit, Bauernherbst“

Tina Gründlich: „Mord in der Schickeria“, „Mord an der Salzach“ und „Mord in der Alpenvilla“

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich recherchiere ich für meine Bücher und zwar sehr gründlich (wie meine Protagonistin). Das mache ich seit einer bösen Erfahrung: Das war mein erster Holledaukrimi „Die Tote von St. Kastl“ Da hab ich drauflosgeschrieben, weil ich dachte: „Was soll‘s? Ich kenn mich hier eh aus. Da brauch ich nicht durch die Gegend fahren und mir alles lange angucken!“ Ein fataler Fehler, wie mir schon bald bewusst gemacht wurde. Eine Leserin schrieb mir in einer Mail, dass die St. Kastuluskapelle keine Kirchenuhr hat und wie dazu komme, die Turmuhr nachts um drei schlagen zu lassen. Seitdem schreibe ich nur noch, wenn ich mir über die Örtlichkeiten ein genaues Bild gemacht hab. Der Erfolg damit gibt mir recht. Meine Leser loben meine genauen Ortsangaben und meine Ortskenntnisse.

Wo schreibst du am liebsten?

Daheim im stillen Kämmerlein unterm Dach hab ich meinen Schreibtisch und meinen Computer. Manchmal schreib ich auch händisch alles auf, was mir so einfällt und verwende es später im Buch. Meistens ist das dann, wenn ich im Urlaub in Österreich bin.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ein Ritual gibt es bei mir nicht. Ich schreib, wenn ich gefrühstückt hab. Das geht dann den ganzen Tag dahin mit Ausnahme des Mittagessens. Dafür nehm ich mir aber extra Zeit, denn ich koche selber. Erst nach dem Abendessen ist für mich Feierabend. Da gibt’s dann für mich nur noch Comic-Serien wie Tatort, Mordkommission Istanbul und andere. Nein! Scherz beiseite. Manche Teile dieser Serien sind wirklich gut und man kann sich daraus auch die eine oder andere Idee für bestimmte Szenen holen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Eins? Nein! Einige! Momentan liegt mein nächster Gründlich-Krimi im Lektorat und wartet auf seine Fertigstellung. Der nächste ist ein Egger-Krimi, an dem ich grad schreibe und wiederum der nächste ist ebenfalls ein Egger-Krimi. Er hat sich nämlich bei mir beschwert, dass ich von ihm noch zu wenige Bücher geschrieben hab. Er verlangt Gleichberechtigung zu Tina. Also werde ich nachgeben, bis ich bei beiden gleich viel Bücher beisammen hab.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Nein eigentlich nicht. Aber – wenn ich so überlege, dann vielleicht doch den einen oder anderen. Nämlich Jörg Maurer und Manfred Baumann, mit denen ich gerne verglichen werde. Den direkten Vergleich aber lehne ich kategorisch ab.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Wie schon gesagt: Jörg Maurer und Manfred Baumann. Daneben noch J. M. Simmel, Konsalik, Allerweltsliteratur eben.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Freizeit? Was ist das? Kann man das essen? Scherz beiseite. Ich wandere gern, koche gerne und lass auch mal den Herrgott einen guten Mann sein.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Das hab ich schon richtig verstanden? Ein Traum, den ich mir erfüllen möchte? Also keiner, der mir erfüllt wird? Dann also los: Ich möchte meinen Lebensabend dort verbringen, wo meine derzeitigen Regionalkrimis spielen. Nicht dass es mir hier in Bayern nicht gefällt. Nein, es ist vielmehr so, dass ich mich dort daheim fühle. Jedes mal, so etwa fünf bis sechsmal im Jahr, wenn ich dorthin fahre, beschleicht mich bereits in Gerlos oder auch Kitzbühel so ein seltsames Gefühl von daheim ankommen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Das Feedback meiner Leser ist mir außerordentlich wichtig und ich nehme es sehr ernst. Dabei spielt es kaum eine Rolle für mich persönlich, ob es nun gute oder schlechte Meinungen sind. Wichtig ist nur, dass die Kritiken sachlich und nachvollziehbar bleiben. Selbstverständlich freue ich mich auch über jede gute Rezension.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielleicht einen Satz von Goethe, der auch mich beflügelt hat (Er hängt übrigens in meinem Arbeitszimmer):

„Was immer du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an! Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich!“


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