Interview mit Kay Jacobs

© Erik Schlicksbier

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Gern.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich wurde 1961 in Kiel geboren, lebte einige Jahre irgendwo in Deutschland, aber es zog mich wieder an die Ostsee.

Seit wann schreibst du?

Im Grunde seit ich das ABC kenne. Während der Schulzeit etwas mehr, während des Studiums phasenweise sogar eine ganze Menge, während des Berufs zunächst sehr wenig, später mehr und inzwischen sogar nebenberuflich.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Das weiß ich nicht mehr so genau. Schon immer träumte ich davon, einen ausgewachsenen Roman zu schreiben, aber dafür braucht es viel Zeit. Während meines Studiums hatte ich einen geschafft und meinem Professor vorgestellt. Seine Reaktion war, nun ja, verhalten. Ich entschloss mich also, einen Hauptberuf anzupeilen, mit dem man seinen Lebensunterhalt sicher bestreiten kann, und wurde Rechtsanwalt. Vom Schreiben war ich dann aus Zeitgründen weit entfernt. Als ich es mir nach vielen Jahren leisten konnte, schraubte ich die juristische Tätigkeit zurück und begann einen Roman.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Als ich vor knapp zehn Jahren begann, nebenbei zu schreiben, verbrachte ich vier Tage pro Woche in der Kanzlei und einen beim Schreiben zu Hause. Das gefiel mir und ich stellte mir vor, das Verhältnis mit zunehmendem Schreibeerfolg allmählich umkehren zu können. Als ich den ersten Roman nach drei Jahren fertig hatte, erging es mir aber wie den allermeisten neuen Autoren: Ich fand zunächst keinen Verlag. Trotzdem schrieb ich weiter und hatte beim zweiten Roman Glück. Der Gmeiner-Verlag erbarmte sich meiner und das Buch hatte durchaus Erfolg.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Begründete Zweifel (2014, Selbstverlag)

Kieler Schatten (2015, Gmeiner)

Combo (2015, Tredition)

Kieler Dämmerung (2016, Gmeiner)

Das gefälschte Lächeln (2017, Gmeiner)

Im Juli erscheint "Kieler Helden" bei Gmeiner.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich. Ohne Recherche geht es nicht. Meine Romane haben immer einen geschichtlichen, sozialen, technischen und naturwissenschaftlichen Hintergrund. Insbesondere bei meinen historischen Romanen (die, deren Titel mit "Kieler ..." beginnen) versuche ich, möglichst authentisch in die damalige Zeit einzutauchen. Da wälze ich Geschichtsbücher, alte Tagebücher und Chroniken.

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause in meinem Sessel und manchmal im Park oder in Cafés. Dort beobachte ich das Treiben und nicht selten findet sich das in meinen Geschichten wieder.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn ich ein paar Stunden geschrieben habe, höre ich oft auf, bevor eine Szene zu Ende geschrieben ist. Dann bleibt sie in meinem Kopf und reift, bis ich sie am nächsten Tag fertig schreibe und nicht selten völlig umschreibe.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich setze gerade meine Rosenbaum-Reihe (also die Krimis, deren Titel mit "Kieler ..." beginnen) fort. Die Serie spielt vor hundert Jahren. Der in diesem Juli erscheinende Band ist 1916 angesiedelt, mitten im 1. Weltkrieg. 2018 wird eine Folge erscheinen, die im Herbst 1918 zum Ende des Krieges in Kiel spielt und natürlich wird der Plot eng mit den geschichtlichen Ereignissen, insbesondere dem Kieler Matrosenaufstand zu tun haben.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Sicher, aber sehr verschiedene. Daniel Kehlmann, Philip Kerr, T.C. Boyle, Friedrich Ani, Wolfgang Schorlau, Volker Kutscher. Aber ich versuche, niemanden zu kopieren.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Davon gibt es zu viele, um alle aufzählen zu können. Neben den Autoren, die ich gerade aufgezählt habe, beeindrucken mich Michel Houellebecq, Julian Barnes oder Alex Capus sehr.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Reisen, Gitarre spielen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Einen alten Jaguar XK 140 aufmöbeln. Das ist ein Sportwagen aus den 50er Jahren, für mich das schönste Auto der Welt.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Am meisten gefällt mir Lob, klar. Am wichtigsten sind aber die kritischen Stimmen. Die bringen mich weiter.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.

Gern geschehen.


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