Interview mit Martina Noble und Werner Diefenthal

Hallo erst mal und vielen Dank, dass ihr euch Zeit nehmt, um meine Fragen zu beantworten :) 

Wollt ihr den Lesern kurz etwas über euch erzählen?

Werner: Mein Name ist Werner Diefenthal, geboren bin ich 1963 im Rheinland. Seit 2001 lebe ich in Oberfranken, habe eine Tochter und 3 Katzen. 

Martina: Ich bin Martina Noble, geboren 1979 in Mainz. Ich wohne noch immer in einem kleinen Ort ganz dort in der Nähe zusammen mit meinem Mann und einem unmöglichen Beagle.

Seit wann schreibt ihr? 

Werner: Angefangen habe ich 1992, damals noch per Hand. Irgendwann hab ich mir meinen ersten Computer gekauft und durfte dann alles mühsam abtippen. 

Nur am Rande, dieser Kasten hatte weniger Leistung als heute eine Armbanduhr.

Martina: Irgendwie schon immer. Als ich noch nicht schreiben konnte, habe ich Bildergeschichten gezeichnet. Danach dann zuerst per Hand geschrieben. Mit zehn 

habe ich eine Schreibmaschine bekommen, was meine Eltern schon sehr bald verflucht haben wegen dem ständigen Geklacker. Sie waren sehr dankbar, als

mit 12 dann der erste geräuschlose Computer kam. 

Wie seit ihr zum Bücher schreiben gekommen? 

Werner: Die Idee kam mir auf einem Flohmarkt, als ich ein altes Schwert gesehen habe. Da hatte ich die Story komplett im Kopf.

Martina: Wie die Jungfrau zum Kinde! Ich habe nie ans Veröffentlichen gedacht und Geschichten nur zum Spaß in Foren veröffentlicht. Bis ich dann in einem

sozialen Netzwerk einen Schreibpartner gesucht habe, weil ich allein gerne mal stecken bleibe. Werner hat sich bei mir gemeldet und gefragt, ob ich mir

vorstellen könnte, etwas zu veröffentlichen. Der Rest ist dann Geschichte! :)

Ab wann wusstet ihr, dass ihr Autor/in werden wollt?  

Werner: Das war eher fließend. Man muss sich vorstellen, damals war die Situation komplett anders. Selfpublishing gab es noch gar nicht und an die Verlagsadressen kam man nur über

die gelben Seiten, das Internet steckte ja noch in den Kinderschuhen. Dementsprechend habe ich auch 18 Jahre bis zu meiner ersten Veröffentlichung, "Das Schwert der Druiden",

gebraucht.

Martina: Das war nie ein Ziel! Es hat sich einfach so entwickelt, obwohl ich nach wie vor Probleme damit habe, mich als "Autorin" zu bezeichnen. Ich erzähle 

gerne Geschichten. Dass es Menschen gibt, die sie gerne lesen, ist toll und bedeutet mir wirklich viel. Aber reicht das schon aus, um aus mir eine Autorin zu

machen?

Welche Bücher habt ihr bisher veröffentlicht?

Werner: Mittlerweile sind das einige. Das erste war, wie bereits erwähnt, "Das Schwert der Druiden", das hab ich alleine geschrieben.

Seit 2014 schreibe ich mit Martina Noble, gemeinsam haben wir, wenn ich die jetzt kommenden mitrechne, 7 Bücher veröffentlicht.

Im Einzelnen sind das:

Die "Henker Trilogie", bestehend aus:

Mord in Rothenburg

Verrat in Rothenburg

Inqusisition in Rothenburg

Dann kam "Die O´Leary Saga":

Engelsklinge

Todesatem

Und neu jetzt: 

Teufelspfad

Höllenangst

Martina: Siehe oben! :D 

Habt ihr für eure Bücher recherchiert? 

Werner: Wenn man sich im historischen Umfeld bewegt, dann sind Recherchen unabdingbar, wenn man sich nicht blamieren will. Man darf auf keinen Fall die Leser unterschätzen,

gerade was das Geschichtliche angeht. Da bewegen wir uns oft auf einem schmalen Grat zwischen der Wahrheit und einer Fiktion.

Bei der Recherche passieren dann lustige Sachen. So hatten wir in "Mord in Rothenburg", das im Jahr 1526 spielt, eine Szene, in welcher der Henker Gulasch und Kartoffelklöße

verspeist. Bis mir eingefallen ist, dass man in Deutschland in dieser Zeit mit Kartoffeln noch nichts anfgangen konnte. 

Schwierig war es bei der "Engelsklinge", da diese auf wahren Begebenheiten basiert. Wir haben uns da an den Tatsachen und Zeitabläufen mit unserer Fiktion entlanggehangelt.

Es war nicht immer leicht, das in Übereinklang zu bringen.

Martina: Wie Werner schon sagt - ja. Sehr stark sogar. Dabei habe ich Sachen über Dinge gelernt, an die ich vorher nie gedacht habe. Manchmal muss man für winzige 

Details erstmal recherchieren, zum Beispiel wie in England zur Zeit Jack the Rippers das Gesetz im Hinblick auf Abtreibungen war, obwohl das im Buch nur als 

Randnotiz vorkommt.

Wo schreibt ihr am liebsten?

Werner: Ich habe im Keller ein Zimmer, in das ich mich zurückziehen kann. Ich brauche dazu einfach Ruhe.

Martina: In meinem Arbeitszimmer. Die Ideen kommen mir aber meistens auf Spaziergängen mit meinem Hund. Wenn ich mich zum Schreiben hinsetze, ist die Szene 

meistens schon in meinem Kopf.

Habt ihr ein festes Schreibritual?

Werner: Nein. Entweder läuft es oder eben nicht. Man kann es nicht erzwingen. Mal mit, mal ohne Musik, je nach Laune.

Martina: Nein. Couch, Laptop, und dann sehen wie's wird. 

Habt ihr eine neues Projekt, das ihr uns schon verraten könnt? 

Werner: Im Moment arbeiten wir an der indirekten Fortsetzung der "Henker - Trilogie", da geht es vor allem um die Zeit zwischen 1526 und 1536. Im Mittelpunkt steht da vor allem 

die Auseinandersetzung zwischen der katholischen Kirche und Martin Luther sowie der immer noch wütenden Inquisition.

Martina: Werner hat dazu schon alles gesagt. :)

Gibt es einen Autor, der euer Schreiben beeinflusst hat? 

Werner: Würde ich so nicht direkt sagen. Ich habe zwar schon immer sehr viel gelesen, da kann es vielleicht sein, dass ich von dem ein oder anderen eher unbewusst beeinflusst werde.

Martina: Ich bewundere Petra Hammesfahr sehr und wünschte, ich könnte das Geheimnis und die Unsicherheit, was genau passiert, so bis zum Schluss aufrecht erhalten

wie sie das kann! :)

Was sind eure Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Werner: An erster Stelle stehen da immer 2 Bücher: Herr der Ringe von Tolkien und Der kleine Prinz. Ansonsten liebe ich die Bücher von Tom Clancy, Clive Cussler sowie von dem 

Autorenduo Preston / Child. Auch mag ich sehr gerne Andreas Eschbach sowie Marc Elsberg.

Martina: Wie schon gesagt mag ich Petra Hammesfahr sehr. Sie ist auch die einzige Autorin, von der ich alle Bücher gelesen habe. Ansonsten lese ich gerne historische

Romane, bin da aber nicht auf einen bestimmten Autoren fixiert sondern entscheide eher themengebunden. Und dann sind natürlich die Harry Potter Bücher meine Bibeln. 

Da ist J.K. Rowling einfach ein Geniestreich gelungen!

Was macht ihr gerne in eurer Freizeit?

Werner: Außer Lesen? Kochen. Dabei kann ich herrlich abschalten und über Ideen nachdenken.

Martina: Ich habe wie schon verraten einen Hund, der seine Zeit beansprucht. Ich spiele auch gern Computer und bin ein Serienjunkie. Außerdem singe ich in einem

Chor.

Verratet ihr uns noch einen eurer Wünsche für die Zukunft oder einen Traum, den ihr euch gerne noch erfüllen möchtet? 

Werner: Einer meiner Träume ist es, ins Kino zu gehen und einen Film zu sehen, der auf einem unserer Bücher basiert. 

Und in Irland zu leben.

Martina: Das wäre wirklich das Größte, eins unserer Bücher verfilmt zu sehen! 

Wie wichtig ist euch das Feedback von euren Lesern? 

Werner: Extrem wichtig. Wir haben uns dazu entschieden, unsere Bücher vor der Veröffentlichung an Testleser zu geben. Da gibt es manch Überraschung, denn was für uns logisch

erscheint, das kann für die ganz anders aussehen. Damit können wir allerdings der Handlung den letzten Pfiff geben. 

Auch kommen gelegentlich Anfragen oder Ideen für die nächsten Bücher per Mail. Und gelegentlich kann es dann passieren, dass wir das ein oder andere vielleicht sogar

in Betracht ziehen.

Martina: So ziemlich das Wichtigste überhaupt! Geschichten erzählen macht nur halb soviel Spaß, wenn sie keiner liest! :) Die Leser sind das A und O! 

Danke, dass ihr meine Fragen beantwortet habt, wollt ihr den Lesern noch etwas sagen? 

Werner: Ich bedanke mich bei dir für die Möglichkeit, etwas über uns und unsere Arbeit zu erzählen. Ja, ich möchte noch etwas loswerden:

Danke an alle, die uns lesen und dafür auch die Bücher erwerben und nicht illegal downloaden. Man darf nie vergessen: In einem solchen Werk stecken ungezählte Arbeitsstunden.

Es steckt viel Herzblut und Liebe darin, um den Lesern ein paar schöne Stunden zu bescheren und sie für eine Weile aus dem Alltag zu entführen.

Wir müssen oft lesen, dass es Autoren gibt, die ihre Werke verschenken oder für 99 Cent verscherbeln. Nun, ganz ehrlich: Wir wehren uns gegen diese Praxis. Für mich hat 

das immer so den Beigeschmack "Grabbeltisch", wenn du verstehst. 

Und wir freuen uns immer über Feedback, ihr dürft uns gerne ansprechen oder anschreiben.

Martina: Einfach nur danke. Danke an alle, die mit uns auf die Reise gehen, ob als Leser oder irgendwie an den Projekten beteiligt! Danke fürs Feedback, auch wenn es vielleicht nicht 

immer nur positiv ist, denn Selbstreflektion ist superwichtig! Ansonsten schliesse ich mich Werner voll und ganz an! :)


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