Interview mit Susanne Goga

© MYRIAM TOPEL

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich heiße Susanne Goga, bin 1967 geboren und arbeite als Schriftstellerin und literarische Übersetzerin. Ich schreibe gerade an meinem zwölften Roman, und alles, was ihr von mir lesen könnt, ist historisch, 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das sind Epochen, die mich besonders interessieren und von denen ich gerne erzähle.

Seit wann schreibst du?

Ich habe 2001 ernsthaft zu schreiben begonnen, und 2005 ist mein erster Roman erschienen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe ja schon immer „etwas mit Büchern“ gemacht, nämlich sie übersetzt. Schon als Kind habe ich davon geträumt, selbst zu schreiben, aber es hat lange gedauert, bis ich die Themen gefunden hatte, von denen ich erzählen und mit denen ich mich gründlich auseinandersetzen möchte. Insgesamt haben Bücher aber schon immer mein Leben bestimmt – zuerst als Leserin und später dann auch beruflich.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Eigentlich ab meinem siebten Lebensjahr. Ich war immer eine begeisterte Leserin und habe davon geträumt, das auch zu machen. Aber es hat dann doch viele Jahre gedauert, bis ich die Inspiration, das Durchhaltevermögen und die Motivation gefunden hatte, um mich so lange mit einer Geschichte zu beschäftigen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Leo Berlin (2005), Tod in Blau (2007), Das Leonardo–Papier (2009), Die Sprache der Schatten ( 2011), Die Tote von Charlottenburg (2012), Der verbotene Fluss (2014), Mord in Babelsberg (2014), Der dunkle Weg (2015), Es geschah in Schöneberg (2016), Das Haus in der Nebelgasse (2017). Im Februar 2018 erscheint Nachts am Askanischen Platz.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Alle meine Bücher sind sehr rechercheintensiv. Da ich mich immer in andere Epochen und an Schauplätze begebe, an denen ich nie gelebt habe, recherchiere ich im Internet, in der Literatur und auch vor Ort. Ich habe bisher alle wichtigen Schauplätze, an denen meine Romane spielen

Besuch: Berlin, London, Oxford, Dublin, Düsseldorf, Hiddensee. Da mein nächster Roman unteranderem am Mittelrhein und in Bonn spielt, werde ich in nächster Zeit auch dorthin fahren.Besonders dankbar bin ich für die großartigen Quellen, die einem das Internet bietet, seien es alte Stadtpläne, historische Fotos oder Berichte von Zeitzeugen, die mir Informationen liefern und mich zu neuen Geschichten inspirieren.

 Wo schreibst du am liebsten?

Gewöhnlich schreibe ich zu Hause in meinem Arbeitszimmer mit Blick in den Garten. Ich habe aber auch schon im Zug, im Café, in Sporthallen oder sogar im Waschsalon geschrieben. Es gibt wenige Orte, an denen mir gar keine Ideen kommen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Ich würde gerne Musik als Inspiration hören, aber das funktioniert nur selten. Oft lenkt es mich einfach ab, und ich konzentriere mich dann zu sehr auf die Musik und weniger auf meinen Text. Allerdings haben mich Musikstücke manchmal schon in die richtige Stimmung versetzt, um eine bestimmte Szene zu schreiben, das war dann eine schöne Erfahrung. Aber feste Rituale habe ich eigentlich nicht.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich schreibe gerade meine nächsten historischen Roman für Diana, der im 19. Jahrhundert spielt und die Protagonisten nach Bonn und an den „romantischen“ Rhein führen wird. Die Idee dazu habe ich aus meiner Tageszeitung, die im vergangenen Jahr eine Serie über den Rhein brachte. Der erste Teil beschäftigte sich mit der sogenannten Rheinromantik, die von englischen Reisenden begründet wurde. Diese spannende Verbindung brachte mich auf die Idee zu einem neuen Roman. Außerdem erscheint im Februar 2018 „Nachts am Askanischen Platz“, der 6. Band meiner Krimireihe um Leo Wechsler, die im Berlin der Weimarer Republik spielt.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Nicht nur einen, ganz viele haben dazu beigetragen. Ich habe in meinem Leben so viele Bücher gelesen, von denen sicher vieles auch in mein eigenes Schreiben einfließt. Natürlich bemühe ich mich, meinen eigenen unverwechselbaren Stil zu finden, aber positive und negative Anregungen gehören natürlich immer dazu. Es gibt aber auch Autorinnen und Autoren, die ich sehr schätze und zum Vergnügen lese, obwohl – oder gerade weil – sie ganz anders schreiben als ich.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Wenn ich die alle aufzählen, würde das wohl den Rahmen dieses Interviews sprengen. Aber ganz wirr durcheinander einige Namen von jenen, die mich beeinflusst und beeindruckt und mir Vergnügen bereitet haben: Dorothy L. Sayers, Arthur Conan Doyle, Thomas Mann, Franz Kafka, W.G. Sebald, Kazuo Ishiguro, Jane Austen, Peter Ackroyd, die Schwestern Brontë, Ian McEwan und natürlich der unvergleichliche William Shakespeare.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Zeit mit meiner Familie verbringen, lesen, Musik hören, Reisen, Museen besuchen, Theater, Kino.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ein Traum wäre, einmal ein Buch von mir auf der Bühne oder als Film zu sehen. Ich würde gerne mal den Himalaya sehen und den Grand Canyon und ganz viele andere Orte, an denen ich noch nie gewesen bin. Aber ich bin auch so schon ein glücklicher Mensch.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Es ist mir ziemlich wichtig, und ich freue mich immer, wenn ich auf Facebook oder in anderen sozialen Medien Feedback bekomme. Darum nehme ich auch regelmäßig an Leserunden teil.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich freue mich immer, von euch zu hören – auf Facebook, bei Leserunden oder über meine Homepage.


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