Interview mit Jörg Steinleitner

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Als Kind habe ich jedes Buch gefressen, das ich in die Finger bekam. Mit 14, da war mein Vater gerade in den Schweizer Hochalpen gestorben, beschloss ich, Schriftsteller zu werden. Ich bin aber dann erst noch als Matrose zur See gefahren und habe drei Studiengänge abgeschlossen (Germanistik und Geschichte, Jura und die Journalistenschule). Danach habe ich einige Jahre als Anwalt gearbeitet. Ich esse, trinke und reise gerne und teile mein Leben mit einer Frau, drei Kindern und ebenso vielen Wachteln.

Seit wann schreibst du?

Schon bevor ich lesen konnte, habe ich Buchstaben in kleine Hefte geschrieben. Das Schreiben und Schrift haben mich schon immer fasziniert. Mit 14 begann ich Geschichte zu erfinden. Mit 27 veröffentlichte ich mein erstes Buch, es war die popliterarische Road-Novel „205.293 Zeichen“, die ich gemeinsam mit Matthias Edlinger veröffentlichte. Mit Edlinger habe ich übrigens kürzlich nach fast 20 Jahren wieder zusammengearbeitet: Gemeinsam haben wir mein bislang größtes Werk verfasst, die 6-teilige Krimiserie „Ambach“ um einen jungen Kunstfälscher, der zum Millionär und Mörder wird. Ein wirklich tolles Projekt mit einem Helden, den man zunächst unterschätzt und vor dem man zunehmend Angst bekommt.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

So richtig begann meine Schriftstellerkarriere mit einem wahren Kriminalfall aus meinem Heimatdorf. Da ist 2006 ein Mann spurlos verschwunden. An einer Bundesstraße fand man sein Auto, der Schlüssel lag auf dem Beifahrersitz und seine Arbeitsunterlagen auch. Im Kofferraum fand man keine Spuren eines Kampfes, dafür aber von einem Mountainbike, obwohl er nie eines besessen hatte und auch nie Rad gefahren war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass einer aus meinem Dorf im Allgäu einfach so verschwindet und habe mich auf seine Fährte gesetzt. Daraus ist mein erster erfolgreicher Krimi entstanden – „Der Fall Augustin Stiller“, es ist die Dokumentation eines wahren Kriminalfalls.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Mit 14 war mir das eigentlich klar. Aber man traut sich das ja erst einmal nicht. Es braucht schon ein bisschen Mut und Beklopptheit, um das Geschichtenerfinden zum Beruf zu machen. Wenn man dann mal Schriftsteller ist, braucht man vor allem viel Disziplin und Fleiß. Denn Bücher zu schreiben dauert lang und ist harte Arbeit.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Das sind zu viele, um sie alle aufzuzählen. Ich stelle dir mal meine erfolgreichsten vor: Da ist zum einen meine Krimireihe um die Ermittlerin Anne Loop, die so schön ist wie Angelina Jolie und doch mit den Männern kein Glück hat. Anne ermittelt am Tegernsee. Die Romane heißen zum Beispiel „Aufgedirndlt“, „Hirschkuss“ oder „Maibock“ und sind Heimatkrimis, die ich vor einem satirischen Hintergrund erzähle. Es gibt insgesamt fünf Anne-Loop-Krimis. Zum Zweiten ist eben erst meine 6-teilige Krimiserie „Ambach“ erschienen. Auf diese Geschichte bin ich besonders stolz, denn sie ist mein bislang umfangreichstes zusammenhängendes Werk. Darin erzähle ich gemeinsam mit Matthias Edlinger von Felix Ambach, der von einem harmlosen Loser und Hilfsschreiner zu einem der erfolgreichsten Millionenfälscher der Kunstgeschichte wird und sich in schreckliche Verbrechen verstrickt. Und schließlich gibt es noch das Kinderbuch „Juni im Blauen Land“, das ich mit meiner damals 12-jährigen Tochter Jona geschrieben habe. Darin erzählen wir eine süße Bullerbü-in-Bayern-Story, in der es aber auch einen kleinen Kriminalfall gibt: Die Kinderbande muss den gemeinen Halfterdieb fangen!

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Na klar! Für „Ambach“ war ich auf Kunstauktionen, in Kunstmuseen, bei Holzbildhauern und natürlich in Bibliotheken, um mich in das spannende Thema Kunstfälschung einzuarbeiten. Für die Anne-Loop-Krimis stapfe ich durch das Tegernseer Tal und seine Berge und belausche die Einheimischen. In jedem meiner Romane steckt ein mörderischer Brocken Wahrheit.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Bett. Aber weil ich davon Rückenschmerzen bekomme, hat mir meine Osteopathin nahegelegt, im Stehen zu schreiben. Am zweitliebsten schreibe ich unter der Linde in meinem Garten. Wir leben in einem 200 Jahre alten Bauernhof an eine kleinen See. Von meinem Arbeitszimmer aus sehe ich die Zugspitze.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich bin ein Meister darin, das Schreiben aufzuschieben. Das ist ganz schlimm. Da mache ich dann lauter nützliche Dinge wie Kontoauszüge ausdrucken oder Rechnungen bezahlen, nur damit ich nicht anfangen muss. Während des Schreibens trinke ich viel Tee und zwinge mich, mein E-Mail-Programm geschlossen zu halten. Am besten klappt das Schreiben gleich am Morgen, ehe ich Kontakt mit anderen Menschen hatte.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Mein neuestes Projekt ist die Tournee mit der AMBACH KRIMI-SHOW, die ich mit meinem Co-Autor, dem Regisseur Matthias Edlinger um unsere Ambach-Krimiserie herum entwickelt habe. AMBACH ist ein aufwendiges Liveprogramm mit Filmen, die wir eigens gedreht haben, mit viel Popmusik und mit szenischen Leseabschnitten und Autorentalk, in dem wir über unsere Arbeit sprechen. Ich glaube, dass unser Showkonzept ziemlich einzigartig ist. Das solltest du dir mal anschauen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich glaube, dass jedes Buch, das ich gelesen habe, mein Schreiben beeinflusst hat. Sprache ist etwas Lebendiges. Wenn ich etwas lese, dann bleibt das in mir drin. Und wenn ich selbst schreibe, dann kommt es irgendwann in anderer Form wieder raus.  

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Natürlich lese ich gerne. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meinen drei Kindern, ich reise viel, esse und trinke gerne und mache jeden Tag Sport.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich möchte gerne einen Bestseller schreiben. Außerdem würde ich gerne einen richtig guten Liebesroman schreiben.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Lest bitte weiterhin so viele Bücher, denn nur für euch erfinden wir Schriftsteller unsere Geschichten. Ohne euch gäbe es keine Literatur. Und dann wäre das Leben wirklich nicht zu ertragen!


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