Interview mit Thomas Krüger

© Isabelle Grubert

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Sehr gern! Vielen Dank für die Einladung!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin (fast) 55 Jahre alt, lebe mit meiner Frau und meinen beiden Kinder – 12 und 15, in der Nähe von Köln und arbeite seit vielen Jahren als Hörbuchproduzent, -Verleger und Autor. Ich schreibe Kinderbücher, Krimis, Hörspiele, Lyrik - eigentlich alles - und alles gern witzig oder witzig-spannend. 

Seit wann schreibst du? 

Bei mir fing es mit Gedichten in der Grundschule an. Ich denke, es war in der 2. Klasse, da habe ich "Sonne" auf "Wonne" gereimt und war stolz :-) Gedichte zu schreiben fand ich seitdem faszinierend. Später kamen Geschichten hinzu und noch später Romane. Die Art, wie ich schrieb, gefiel meinen Lehrern allerdings nicht immer. Da gab es auch mal eine Fünf in Deutsch. Aber Kritik muss man als Autor ja wegstecken können. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Gute Frage. Wer schreibt, will sich, so denke ich, irgendwann auch mal gedruckt sehen. Und gedruckt: das sind Bücher. Es hat aber lange gedauert, bis ich die Ausdauer hatte für ein Buch. Bei mir bedeutete das viele Jahre lang auch immer wieder, die eigene Mutlosigkeit oder den Glauben daran, dass es nie was wird, zu überwinden. Es war ein Geduldsspiel ...

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Ich denke, ab der Grundschule. Ein anderer Beruf kam eigentlich nie infrage. Alles, was ich beruflich gemacht habe - freier Journalist, Autor für Werbetexte, Zeitschriftenredakteur, Hörbuch-Lektor, Hörbuch-Regisseur, Verleger etc. - hatte mit Büchern und dem Schreiben zu tun. Insofern war ich sehr konsequent.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Viele Pixi-Bücher, einige Kinderbücher: "Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten", "Die Stadt der fliegenden Teekannen", "Jo Raketen-Po", "Donald Rabbit und Micki Kuchen", "Die drei Superbrillen" (drei Bände) - dann einen Science-Fiction-Fantasy-Roman: "Die Fänger des Himmels", Krimis: "Erwin, Mord & Ente" plus drei Nachfolgebände - aktuell: "Erwin, Enten, Präsidenten" - einige Bände Lyrik - z.B.: "Sonette an Donald Duck"

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Dort, wo Sachwissen notwendig ist, schon. Bei den Krimis zum Beispiel und bei den Kinderbüchern, wo es um Wissensthemen geht ("Die drei Superbrillen"). Meine Bücher leben aber mehr aus der Phantasie als aus der Recherche. Das "realistische" Erzählen geht bei mir schnell über ins Phantastische.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe einen Schreibtisch in einem sehr großen Büro – mit vielen Büchern. Der Schreibtisch steht neben einem Panoramafenster zur Gartenseite hin. Da sich dieses Büro im ersten Stock befindet, kann ich wunderbar „von oben herab“ auf die Kinder im Garten (nach den Hausaufgaben, im Sommer …) gucken oder die Katzen beim Mäusefangen beobachten. Der Schreibtisch ist in aller Regel überfüllt mit allerlei Sachen. Chaos ist ein wichtiger Teil meines Lebens.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, eigentlich nicht. Das Chaos hat mich im Griff. Ich schreibe oft so lange, wie es läuft. Das kann an manchen Tagen viel Arbeit bedeuten, an anderen viel Kaffee. Kaffee ist aber auf jeden Fall dabei.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Aktuell schreibe ich an einem neuen Kinderbuch (das ist fertig und abgegeben, muss noch lektoriert werden): "Der Ameisenjunge" - über einen 11jährigen, der auf 5 Millimeter geschrumpft wird und eine Ameise, eine Wespe mit Flugangst, einen schlauen Regenwurm sowie eine verfressene Raupe kennenlernt. Ein neues Erwachsenenbuch wird auch grad geschrieben - über die Abenteuer eines 79jährigen Griesgrams, dem die Frau weggelaufen ist. Er versucht nun, sie zurückzugewinnen, und dabei hilft ihm seine naseweise 5jährige Enkelin. Ein sehr witziges Buch - hoffe ich.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Was den Witz betrifft: Terry Pratchett und Walter Moers. Die Absurditäten von Terry Pratchett finde ich grandios! Ich mag aber auch Carl Barks und die legendären Donald-Duck-Comics. Für mich ist das große Literatur.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett, die gesammelten Werke von Carl Barks, dann aber auch manche Klassiker: Thomas Mann zum Beispiel oder bei den Lyrikern Gottfried Benn und T.S. Eliot. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Schlagzeug üben (ich habe erst mit 50 angefangen, aber es macht einen Riesenspaß), Fahrrad fahren, im Wald joggen. Sonette schreiben. Oder mit den Kindern ins Kino gehen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Was die Bücher betrifft: Ich würde mich riesig freuen, wenn mal jemand die Erwin-Düsedieker-Krimis verfilmt. DAS wäre gigantisch. Mit Dietmar Bär in der Titelrolle. Und sonst: Sollte es mal sehr gut laufen als Autor (mit Büchern Geld verdienen ist gar nicht so einfach), dann doch mal mit der Queen Mary nach New York :-)

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Es freut mich, wenn ich Menschen gut unterhalten kann. Und wenn ich - wie neulich - Post erhalte, in der man mich zum "Ehrenpräsidenten aller Enten" erklärt, bin ich gerührt. Aber auch negative Kritik ist wichtig. Sonst driftet man ja irgendwann völlig ab. Ich will die Leute erreichen. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Alle Leser sind Suchende. Alle Autoren sind Verlorene. Ich wünsche allen Autoren, dass sie gefunden werden und allen Lesern, dass sie den oder die richtigen finden :-) - Auf jeden Fall danke ich euch für euer Interesse!!!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0