Interview mit Ute Wehrle

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Freiburg, in Heilbronn habe ich Touristik-Betriebswirtschaft studiert,

bevor ich als Redakteurin bei der Badischen Zeitung gelandet

bin. 2015 fiel dann die Entscheidung, mich als Journalistin und Autorin selbständig zu machen.  

Seit wann schreibst du?

Genau genommen seit etwa 35 Jahren, am Anfang noch auf einer elektrischen Schreibmaschine.

Begonnen hat alles mit einem Zeitungsartikel über das 50. Jubiläum einer Metzgerei, der mir nicht nur weitere Aufträge der Redaktion,

sondern auch eine riesige Salami eingebracht hat.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Das war 2012, auf dem Rückflug von Sizilien in einem Billig-Airliner. Der Flieger hat so gewackelt, dass ich mich ablenken musste, um nicht ständig

an Flugzeugunglücke aller Art zu denken. Normalerweise schaffe ich das mit dem Konjugieren von unregelmäßigen spanischen Verben (jeder hat halt seine eigenen Strategien, um mit Flugangst umzugehen), 

aber dieses Mal habe ich mich verzweifelt darauf konzentriert, einen Plot für einen Kriminalroman zu entwickeln. Und als ich wieder sicheren Boden unter

den Füßen hatte, habe ich zuhause einfach mal damit angefangen, die Idee am PC festzuhalten.     

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Nachdem ich bei meinem ersten Krimi die 100-Seiten-Marke geknackt hatte. Erstens sind mir meine Figuren ans Herz gewachsen, zweitens hat es mir als Freiburgerin Spaß gemacht, die Szenen 

in der eigenen Heimatstadt spielen zu lassen - und drittens wollte ich selbst wissen, wie mein eigener Krimi ausgeht. Davon hatte ich zu dem Zeitpunkt nämlich

noch keine Ahnung.   

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

"Bächle, Gässle, Mord", "Bächle, Gässle, Künstlerpech", "Bächle, Gässle, Puppentod", "Schwarzwald sehen und sterben", "Alles klar, Herr Kommissar", das ich gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Hans Jürgen Kugler geschrieben habe.

Und dann gibt es da noch "Freiburg - einfach Spitze! 100 Gründe, stolz auf diese Stadt zu sein", das im Wartberg-Verlag erschienen ist.

Und weil ich es dort mit einer sehr sympathischen Lektorin zu tun habe, habe ich gleich noch "Geschichten und Anekdoten aus Freiburg

Links und rechts der Bächle" drangehängt, die es ab September 2017 zu lesen gibt.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Oh, ja. Manchmal sogar die banalsten Sachen. Beispielsweise, wie lange es dauert, in Freiburg eine bestimmte Strecke zu gehen,

da kann man sich selbst als gebürtige Freiburgerin am PC nämlich ordentlich mit der Zeit verschätzen. Oder ob sich der Rastplatz "Teufelsschwänzli" im Schwarzwald dazu eignet, ein Mordopfer zu entsorgen.

Wahrscheinlich hat sich da manch einer gewundert, wieso ich so angestrengt den Abhang hinunterstarre und mir Notizen mache.   

Manchmal setze ich mich aber auch einfach in ein Café und höre den Leuten zu - das hat schon so manch lustigen und authentischen Dialog in meinen Büchern ergeben. 

Wo schreibst du am liebsten?

Auf dem Balkon einer Ferienwohnung in Überlingen - mit direktem Blick auf den Bodensee. Was leider nicht ständig geht.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich wünschte mir, ich hätte eines, aber da ich noch als Journalistin arbeite, ist das schwierig. Abgesehen davon - mal läuft es, und dann halt wieder nicht.

Kreativität lässt sich zumindest bei mir nicht erzwingen. Die meisten Buchseiten sind allerdings eher nachts entstanden.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Mein nächster Krimi mit Katharina ist bereits fertig und erscheint im Frühjahr 2018, für eine zweite Folge des Schwarzwaldkrimis ruhen derzeit die ersten 25 Seiten in den unendlichen Weiten meines PCs.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Genau genommen, sogar ganz schön viele. Besonders schätze ich Autorinnen oder Autoren, die es beim Schreiben schaffen, auch Humor einfließen zu lassen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Dazu gehört Helmut Vorndran, der seinen Bamberger Ermittlern ein cleveres Schweinchen namens Riemenschneider zur Seite gestellt hat.

Mehrfach verschlungen habe ich auch die Krimis von Reinhard Junge und Leo P. Ard, bei denen das Fernsehteam PEGASUS im Mittelpunkt steht.

Und "Harry Potter" - einfach deshalb, weil ich es einfach bewunderswert finde, dass es J.K. Rowling geschafft hat, viele Jugendliche zum Lesen zu animieren.

Nicht zuletzt mag ich auch griechische Mythologie - und zwar nicht erst, seit Brad Pitt in Troja mitspielte.      

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Kino, Theater, Konzerte und Freunde treffen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Einen Krimi über Martinique zu schreiben - und vor Ort zu recherchieren. Und meine Freiburg-Krimis als Filme zu sehen, mit Caroline Peters in der Hauptrolle als Katharina.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Bei meinen Lesungen habe ich sehr nette Begegnungen, sowohl mit Buchhändlern als auch mit Lesern, die mir schon ganze Passagen aus meinen Krimis zitiert haben, 

von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie geschrieben habe. Doch am meisten freut mich, wenn die Leute sagen, dass sie beim Lesen meiner Krimis nicht nur mitgefiebert, sondern auch herzlich gelacht haben.

Toll finde ich auch, wenn ich gebeten werde, doch ein bisschen schneller zu schreiben, weil es manche nicht erwarten können, bis der nächste Band erscheint. Das motiviert ungemein - und tröstet über manch bösartige Kommentare, die man sich als Autorin fast schon zwangsläufig im Internet einfängt, hinweg. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Da halte ich ganz mit Kurt Tucholsky: 

"Im Bett soll man nur leichte und unterhaltene Lektüre zu sich nehmen, sowie spannende und beruhigende, ferner ganz schwere, wissenschaftliche und frivole

sowie mittelschwere und jede sonstige, andere Arten aber nicht."  Nur so nebenbei: Von Smartphones hat der Mann kein Wort erwähnt.   


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