Interview mit Stefan Ulrich

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Mit Vergnügen.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 53 Jahre alt, verheiratet, habe eine Tochter (18) und einen Sohn (16), arbeite als Buchautor und Journalist in München, und beschäftige mich, außer mit meiner Familie und meinen Freunden, am liebsten mit Italien, Reisen, Schreiben, Lesen, meinem Garten, gut Essen und Trinken, Sport, Geschichte, Politik, Kino, Kunst – mehr oder weniger in dieser Reihenfolge. Wenn ich mir von einer Fee etwas für mein persönliches Leben wünschen könnte, dann wäre es: als Schriftsteller in einem mittelalterlichen Turm in der Maremma (Südtoskana) leben.

Seit wann schreibst du?

Seit ich so ungefähr fünf Jahre alt bin. Damals konnte ich allerdings noch nicht schreiben. Daher hat meine Großmutter meine Geschichten aufgeschrieben.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Über den Journalismus. Ich arbeitete als Italien-Korrespondent in Rom, als mich der Ullstein-Verlag fragte, ob ich nicht ein Buch über die Erlebnisse meiner Familie in Italien schreiben möchte. Und ob ich mochte.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Als ich so 15, 16 Jahre alt war. Da las ich alles von Ernest Hemingway und dachte mir: Ist doch klasse, zu reisen, zu schreiben, Abenteuer zu erleben und damit auch noch seinen Lebensunterhalt zu verdienen. So einfach war es dann aber doch nicht …

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

„Quattro Stagioni“, Arrivederci, Roma“ und „Bonjour la France!“ im Ullstein-Verlag. „Lieblingsorte Rom“ im Insel-Verlag. Und jetzt „Die Morde von Morcone“ wieder im Ullstein-Verlag.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja. Die ersten drei Bücher beruhen auf den Erfahrungen von meiner Familie und mir in Rom (vier Jahre) und Paris (vier Jahre). Für „Lieblingsorte Rom“ habe ich meine Lieblingsstadt noch einmal intensiv durchlaufen. Die „Morde von Morcone“ spielen in der Maremma, die ich von vielen Reisen her kenne. Außerdem habe ich für das Buch intensiv in der toskanischen Geschichte recherchiert, mich aber auch mit der Hierarchie der Carabinieri, toskanischem Karneval und Schnittwunden auf Leichen vertraut gemacht.

Wo schreibst du am liebsten?

In einem winzigen Zimmer unter dem Dach meines Hauses in München, früh am Morgen, bei gedämpftem Licht und einem doppelten Espresso.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Ich lasse mich am liebsten von der Geschichte vorantreiben.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja, zwei: Einen Reiseführer „Lieblingsorte Paris“, an dem ich gerade schreibe. Und einen Fortsetzungs-Krimi zu den „Morden in Morcone“. Er wird „In Schönheit sterben“ heißen und in Rom spielen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Viele, unter anderem Fred Vargas, Gianrico Carofiglio, Cesare Pavese, Bernard Minier, Ernest Hemingway – ohne mich mit diesen Meistern vergleichen zu dürfen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Die oben genannten Autoren. Außerdem: J.D. Salinger, James Joyce – Ulysses, Wolfgang Koeppen – Tauben im Gras, Stephen King – Das Leben und das Schreiben, Curzio Malaparte – Die Haut … und, und, und

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Siehe oben.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Richtig gut kochen lernen. Die Sahara durchqueren.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Für mich ist Schreiben wie ein Rufen, das auf Antwort wartet.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Eine bekannte Lebensweisheit, die ich ausprobiert habe und empfehlen kann:

Es gibt Optimisten und Pessimisten. Beide haben Unrecht. Aber der Optimist lebt besser.  


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