Interview mit Uli Wächter

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten ūüėä

Magst du den Lesern kurz etwas √ľber dich erz√§hlen?

Ich lache viel und gerne und man sagt von mir, dass ich mit beiden F√ľ√üen auf einer Wolke stehe. Fernweh und Gier nach fremden Sprachen haben mich gleich nach der Schule ins europ√§ische Ausland gezogen. Eine Liebe in Frankreich verschlug mich nach Paris und sp√§ter in den S√ľden und die Bretagne. Gelandet bin ich schlie√ülich in Andalusien, wo ich noch heute lebe, aber ebenfalls wegen der Liebe, verbringe ich seit 2010 auch einen Teil des Jahres im Westen Englands. ¬†

Seit wann schreibst du? 

Kurzgeschichten seit ich Lesen und Schreiben gelernt habe ... sp√§ter auch Texte f√ľr Rocksongs. Mit dem Verfassen von Romanen habe ich vor sechs Jahren begonnen.¬†

Wie bist du zum B√ľcher schreiben gekommen?¬†

Ich wollte wohl nicht so schnell auf die Welt, blieb auch nach neun Monaten im Bauch meiner Mutter, die dann aus Angst vor ärztlichen Eingriffen mich mit dem Vorlesen von Geschichten Astrid Lindgrens und Enid Blytons in die Welt locken wollte. Scherz beiseite waren es wohl wirklich die Geschichten Lindgrens und Blytons, die mich in die Welt der Buchstaben schickten. 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Wie gesagt, begann ich bereits als Kind, mir Geschichten auszudenken. Ich schrieb sie in Schulhefte und habe die "B√ľcher" Verwandten und Freunden meiner Eltern zum Lesen gegeben. Die wiederum belohnten mich mit Geld, das ich ebenfalls in leere Hefte investierte. Das Ganze endete in einer gro√üen Entt√§uschung: Ein √§lterer Onkel bezweifelte die F√§higkeit eines Kindes solche Geschichten zu erfinden und verd√§chtigte mich, sie abgeschrieben zu haben.¬†Meine Entt√§uschung dar√ľber wandelte sich in Trotz und ich wusste, dass ich irgendwann ein Autor sein werde.

Welche B√ľcher hast du bisher ver√∂ffentlicht?

Die Krimis mit Capit√°n Centuron:

Siroco Andaluz

Der Fall Botticelli

Tote sprechen leise

Und die Road/Lovestory:

Der Gesang der Schwarzdrossel

Hast du f√ľr deine B√ľcher recherchiert?¬†

Sehr umfangreich! Vor allem sollte die Forensik passen. Nicht ganz einfach heutzutage. Ein Dank an befreundete Polizisten und Mediziner, die mir mit Rat zur Seite standen. Da meine Plots in verschiedenen L√§ndern spielen, bin ich hin und her gereist und habe viele Fotos geschossen. Manchmal brauche ich Informationen √ľber die Geschichte und Politik eines Landes oder auch wissenschaftlichen Hintergrund. Da hilft suchen und lesen.

Wo schreibst du am liebsten?

Tats√§chlich in England in den Cotswolds. Vielleicht, weil viele klassische Krimis aus dem UK kamen? Oder doch, weil ich wegen der Abgeschiedenheit unseres Wohnortes dort weniger abgelenkt werde? Muss ich mal dar√ľber nachdenken ...

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wahrscheinlich nicht, aber es läuft immer nach dem gleichen Muster: Erst wird die Geschichte geboren und recherchiert.  Dann tauche ich immer tiefer in die Charaktere ein, bis ich schließlich kaum noch kommunikativ bin. Manchmal zum Leidwesen meiner Familie. Aber wenn ich fertig bin und Korrekturen lese, bin ich wieder in der wirklichen Welt.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ja, bevor ich Centuron einen weiteren Fall l√∂sen lasse, wollte ich einen neuen Ermittler kreieren, der in meiner Heimatstadt Bielefeld ermittelt. Es ist zum Einstieg eine kurze Kriminalerz√§hlung von ca. 60 Seiten und wird in K√ľrze erscheinen. Ob dieser Cop bald umfangreichere oder mehrere kurze F√§lle haben wird, m√∂chte ich noch offen lassen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Beeinflusst sicher nicht. Inspiriert bin ich vielleicht von der Komplexit√§t der B√ľcher Raymond Chandlers.¬†

Was sind deine Lieblingsb√ľcher und Lieblingsautoren?

Es sind zu viele, um sie alle zu nennen. Einige w√ľrden hier nicht passen, denn sie schreiben keine Krimis. Zum Beispiel Michel Houellebecq. Michael Robotham Krimis gefallen mir gut, so auch die von Leif Persson, Harlan Coben und nat√ľrlich Chandler.¬†

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wenn ich abschalte und auch nicht √ľber Plots nachdenke, spiele ich Tennis, oder schaue einen Film, am liebsten einen kleinen Franz√∂sischen oder h√∂re Musik, egal welche. Gut muss sie sein!

Verr√§tst du einen deiner W√ľnsche f√ľr deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erf√ľllen m√∂chtest?¬†

Von den kleinen W√ľnschen und Tr√§umen geht immer wieder einer in Erf√ľllung. Ich bin zufrieden mit dem, was ist. Gro√üe Tr√§ume sind doch sch√∂ner, solange man sie tr√§umt. Einen Wunsch habe ich allerdings: Ich m√∂chte gerne ein vereintes Europa erleben, das gemeinsam mit allen V√∂lkern des Planeten nach einer gerechten, sauberen und friedlichen Welt strebt. Vor allem f√ľr die Kinder, die an dieser Schraube noch nicht drehen k√∂nnen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Auch, wenn ich mich nicht nach Trends richte, nur ¬†schreibe, was mir Spa√ü macht, w√ľrde ich sicher weniger Buchstaben auf das Papier bringen, wenn es kein Feedback meiner Leser g√§be. Das betrifft auch Kritik, die es mir erm√∂glicht, besser verstanden zu werden. Also ganz wichtig!¬†

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ja, dass ich mich √ľber jede Kontaktaufnahme meiner Leser mit mir freue und jedem antworten werde.


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