Interview mit Rebecca Gablé

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Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 😊

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Rebecca Gablé, ich bin Jahrgang 1964 und habe Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf studiert, wo ich anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war. Heute arbeite ich als freie Autorin. Angefangen habe ich in den 90er Jahren mit Thrillern, der Durchbruch kam 1997 mit meinem ersten Mittelalterroman „Das Lächeln der Fortuna“. Ich habe 11 historische Romane und ein Sachbuch zur Geschichte des englischen Mittelalters veröffentlicht, die alle Bestseller und in viele Sprachen übersetzt wurden. Ich lebe mit meinem Mann am Niederrhein und auf Mallorca.

www.facebook.com/Rebecca.Gable.D

www.gable.de

Seit wann schreibst du?

Seit ich ungefähr 14 war.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe immer schon gerne Geschichten erzählt, und als junges Mädchen habe ich irgendwann angefangen, sie aufzuschreiben. Ich glaube, dass diese Lust am Erzählen eine angeborene Neigung ist.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Das kam relativ spät. Nach dem Abitur habe ich erst einmal etwas völlig anderes gemacht und einen kaufmännischen Beruf erlernt, das Schreiben war nur ein Hobby. Erst mit Mitte Zwanzig wurde mir allmählich klar, dass ich wenigstens versuchen musste, einen Beruf daraus zu machen. Also gab ich meinen Job auf und fing an, Literatur zu studieren.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

1995

Jagdfieber, Bergisch Gladbach

1996

Die Farben des Chamäleons, Bergisch Gladbach

1997

Das Lächeln der Fortuna, Bergisch Gladbach

1998

Das letzte Allegretto, Bergisch Gladbach

1999

Das Florians-Prinzip, Bergisch Gladbach

2000

Das Zweite Königreich, München

2002

Der König der purpurnen Stadt, Bergisch Gladbach

2003

Die Siedler von Catan, Bergisch Gladbach

2005

Die Hüter der Rose, Bergisch Gladbach

2007

Das Spiel der Könige, Bergisch Gladbach

2008

Von Ratlosen und Löwenherzen, Bergisch Gladbach

2009

Hiobs Brüder, Bergisch Gladbach

2011

Der dunkle Thron, Köln

2013

Das Haupt der Welt, Köln

2015

Der Palast der Meere, Köln

2017

Die fremde Königin, Köln

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich. Für historische Romane ist eine gründliche Recherche eine wichtige Voraussetzung, damit das Bild von vergangenen Zeiten, das der Romane entwickelt, auch zuverlässig ist. Nicht nur die großen Taten von Königen und die Daten berühmter Schlachten müssen stimmen, sondern ebenso der beschriebene Alltag der Menschen aus der Vergangenheit, Kleidung, Essen, Lebensgewohnheiten und so weiter. Das zu recherchieren ist oft die größere Herausforderung.

Wo schreibst du am liebsten?

Das ist mir völlig egal. Alles, was ich brauche, ist absolute Ruhe. Ob ich in einem anonymen Hotelzimmer oder zu Hause am Schreibtisch sitze, spielt keine große Rolle, denn wenn ich schreibe, bekomme ich von meiner Umgebung sowieso nicht viel mit.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich arbeite derzeit an einem historischen Roman, der wieder einmal ins englische Mittelalter und nach Waringham führt.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Eigentlich nicht. Ich denke, dass man aus jedem Buch, das man liest, etwas lernen kann, und sei es nur, wie man es auf keinen Fall machen darf. Aber das Wichtigste für jeden Autor und jede Autorin ist nach meiner Erfahrung, die ganz eigene und unverwechselbare Erzählweise zu entwickeln, und dabei sind Einflüsse nur hinderlich.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Die fünf Bücher, die ich mit auf die einsame Insel nehmen würde, sind „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien, „Wuthering Heights“ von Emily Brontë, „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde, „Shining“ von Stephen King und „Dreamland“ von Kevin Baker.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Musikhören oder selber machen (hin und wieder singe ich in einer Band), Laufen, Radfahren und Schwimmen und natürlich Lesen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Irgendwann würde ich gerne Schreibseminare in meiner zweiten Heimat Mallorca anbieten, aber ich finde irgendwie nie die Zeit dazu.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Extrem wichtig. Es ist spannend und auch wichtig für mich zu erfahren, welche Eindrücke meine Leserinnen und Leser beim Lesen meiner Bücher gewonnen haben, ob meine Figuren ihnen ans Herz gewachsen sind, die erzählte Historie und die Story sie aus ihrem Alltag in eine andere Welt mitnehmen konnten und so weiter. Ich arbeite zwei Jahre an einem Buch, aber erst wenn es erscheint und ich die Publikumsreaktionen bekomme, weiß ich, ob ich mit meiner Arbeit mein Ziel erreicht habe. Besonders toll finde ich, dass Dank sozialer Medien ein unmittelbarer Austausch zwischen Autorin und Leserschaft möglich ist, bei dem sich manchmal faszinierende Diskussionen entwickeln können. Das ist um Klassen besser als die Leserzuschriften von Anno Dazumal 

Liebe Rebecca, danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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