Interview mit Hermann Bauer

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten ­čśŐ

Magst du den Lesern kurz etwas ├╝ber dich erz├Ąhlen?

Ich bin ├ľsterreicher und lebe mit meiner Frau in Wien. Mein eigentlicher 'Brotberuf' ist Lehrer f├╝r Deutsch und Englisch an einer Handelsakademie. Dort unterrichte ich Berufst├Ątige am Abend im 2. Bildungsweg.

Meine B├╝cher sind Krimis, die in und um eine Wiener Institution, das Kaffeehaus, spielen. Demzufolge ist mein Ermittler auch ein Oberkellner, der Herr Leopold.

Seit wann schreibst du? 

Mein erstes Buch erschien 2008, aber mit dem Schreiben angefangen habe ich etwa sechs Jahre fr├╝her. Es dauert einfach seine Zeit, bis sich eine gewisse Schreibdisziplin einstellt und man daran glaubt, dass man nicht nur f├╝r sich, sondern auch f├╝r andere schreibt. Ja, und einen Verlag muss man dann auch noch finden.

Wie bist du zum B├╝cher schreiben gekommen?

Ich habe mir einfach vorgenommen, es wirklich einmal konsequent zu probieren und durchzuziehen.

Da man ├╝ber Dinge schreiben soll, die man kennt, kam mir die Idee, es mit einem Kaffeehauskrimi zu versuchen. Das Kaffeehaus hat mich immer fasziniert und war zeitweise mein zweites Wohnzimmer. Und Krimis, vor allem die englischen, habe ich stets mit Begeisterung gelesen.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Autor wollte ich schon als Gymnasiast werden, aber damals war das doch mehr ein Traum. Dann kamen Studium und Beruf. In der Schule wurde ich Mitglied der dortigen Theatertruppe, wodurch ich meine kreative Seite wieder mehr entdeckte. Irgendwann dachte ich: Jetzt k├Ânntest du auch einen Krimi schreiben.

Welche B├╝cher hast du bisher ver├Âffentlicht?

Ich habe ab dem Jahr 2008 j├Ąhrlich einen Krimi ver├Âffentlicht: Fernwehtr├Ąume (2008), Karambolage (2009), Verschw├Ârungsmelange (2010), Philosophenpunsch (2011), Nestroy-Jux (2012), Lenauwahn (2013), Schnitzlerlust (2014), Rilker├Ątsel (2015), Kost├╝mball (2016) und Stiftertod erscheint im Juli 2017.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ein Gro├čteil meiner Recherchen fand und findet immer wieder im Kaffeehaus statt. Dann nat├╝rlich die Lekt├╝re der ├Âsterreichischen Autoren, die seit Nestroy-Jux ein wenig die Themen bei mir vorgeben. Eine wertvolle Hilfe ist nat├╝rlich das Internet, auch Privatpersonen helfen mir immer wieder, so zuletzt ein junger Zauberer, der mir einige wichtige Informationen f├╝r das Buch 'Kost├╝mball' gab.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe meine Texte f├╝r gew├Âhnlich mit der Hand vor. Das Sch├Âne daran: Das kann ich jederzeit und ├╝berall ohne gro├čen Aufwand machen. Ein paar Tage sp├Ąter kommt alles in den Computer, der in meinem Arbeitszimmer steht.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Das geht aufgrund meines Brotberufes nicht ganz so gut. Am liebsten schreibe ich jedenfalls abends (besser gesagt nachts) nach der Arbeit.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich schreibe derzeit an einem neuen Leopold-Krimi, der im Sommer 2018 erscheinen sollte.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Einerseits Alfred Komarek mit seinen Weinviertel-Krimis, weil es dort ruhig, unaufgeregt und total authentisch vom Lokalkolorit her zugeht. Andererseits begeisterten mich die in Oxford angesiedelten R├Ątselpuzzles von Colin Dexter um Inspector Morse.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Das wechselt oft, weil ich viel lese. Highlights sind zweifellos Colin Dexter (siehe oben), Dorothy Sayers mit Lord Peter Wimsey ('The Nine Tailors'!), Arthur Conan Doyle mit Sherlock Holmes nat├╝rlich, und Wilkie Collins ('The Woman in White').

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Konzerte und Theaterauff├╝hrungen besuchen, Wandern, Gegenden - vor allem in und um Wien - erkunden, mit Freunden zusammensitzen und ein Glas trinken. Gelegentlich gehe ich noch zum Fu├čball.

Verr├Ątst du einen deiner W├╝nsche f├╝r deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erf├╝llen m├Âchtest?┬á

M├Âglichst lange gesund und aktiv bleiben ist das Wichtigste, glaube ich. Dann kann man sich viele W├╝nsche erf├╝llen. Nat├╝rlich m├Âchte man gerne noch bekannter sein, aber das ist von vielen Faktoren abh├Ąngig, die man nicht immer beeinflussen kann.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig! Darum mache ich auch gern Lesungen, weil man da in direkten Kontakt mit den Menschen kommt. Sonst freue ich mich ├╝ber positive Kritik. Negatives Feedback zeigt einerseits oft, dass die Geschm├Ącker verschieden sind, andererseits ist es mitunter ein wichtiger Ausl├Âser f├╝r positive Ver├Ąnderungen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ein herzliches Dankesch├Ân an alle meine Leser! An alle anderen: Wenn ihr euch vorstellen k├Ânnt, einen Krimi zu lesen, der in einem Wiener Vorstadtcaf├ę spielt und einen Oberkellner als Ermittler hat, schaut doch einmal in eins meiner B├╝cher rein!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0