Interview mit Markus Niebios

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten ­čśŐ

Kein Problem. Ich bin Formular-Ausfüll-Junkie. Manchmal setze ich mich nur zum Spass  in das Bürgerbüro eines Finanzamts und lasse mir alles geben, was sie gerade so haben.

Magst du den Lesern kurz etwas ├╝ber dich erz├Ąhlen?

Ich wurde 1968 in Dortmund geboren und belege in meiner Geburtsstadt trotz einer Studiendauer von 20 Semestern lediglich den zweiten Platz in der Bestenliste ewiger Studenter der FH Sozialp├Ądagogik. Bekannter wurde ich als S├Ąnger der Dortmunder Formation "Van Winkle", die es in den 90ern immerhin zu einem Plattenvertrag bei DD-Records brachte. Zu alt, um als Rockstar jung zu sterben, beschloss ich, mich mit Frau und zwei Katzen ins Nirgendwo des Sauerlands zur├╝ckzuziehen, um B├╝cher zu schreiben.

Seit wann schreibst du? 

Seit ich schreiben kann. Mein Biograph behauptet sogar, schon ein Jahr vorher, aber das halte ich f├╝r ├╝bertrieben.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Niemand anderes wollte es f├╝r mich tun, nicht mal der Biograph, also blieb die ganze Arbeit an mir h├Ąngen.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Der Familienlegende nach habe ich bereits mit Baukl├Âtzen W├Ârter gelegt. Erst Dinge, die sich um essen drehten. Dann Schimpfw├Ârter, als das mit dem Spinat losging. Direkt danach aber wohl schon "Verlagsvertrag".

Welche B├╝cher hast du bisher ver├Âffentlicht?

Stand heute sind von mir zwei Krimi-Kom├Âdien erschienen:

Kopflos im Kofferraum oder der Argwohn des Krustentiers im anstzeigenden Wasserbad (KBV 2014)

Wer zuletzt stirbt, lebt am l├Ąngsten (KBV 2017).

Erstere wurde f├╝r den Amazon Autorenpreis nominiert.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Nat├╝rlich. einmal sogar nachts auf dem Friedhof. Einschlie├člich ├╝ber den Zaun klettern. Ungl├╝cklicherweise ergab sich der Abstecher aufgrund der ├Ârtlichen N├Ąhe nach einem Bundesligaspiel, mit Fahrg├Ąsten aus dem Nachbardorf. Seitdem wechseln die Leute die Stra├čenseite, wenn sie mich sehen, und bekreuzigen sich.┬á

Wo schreibst du am liebsten?

Auf La Palma. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja. Ich stiere den leeren Bildschirm an, damit er  von selbst Buchstaben bildet, aber das klappt nie.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Zur Zeit arbeite ich am dritten Teil der Borg und Romanov Krimireihe. Es hat den Anschein, als w├╝rde einer von beiden sterben. Na ja, zumindest k├Ânnen sie im eigenen Leichenwagen zur Beerdigung fahren. Einer leider liegend.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ja, klar. Ralf Kramp. Er hat mir einen Verlagsvertrag angeboten. Nichts beeinflusst einen Autor mehr, als ein Verlagsvertrag.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Als Lieblingsbuch Muss ich wohl "Rettet die Katze" nennen. K├Ânnte ich immer wieder lesen. Tue ich auch. Meine Lieblingsautoren sind Roald Dahl und Douglas Adams, obwohl man streng genommen auch Jean-Pierre Jeunet ┬á(Delicatessen) und Terry Gilliam (Brazil) dazuz├Ąhlen m├╝sste.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich habe schon des ├ľfteren von Freizeit geh├Ârt, kann mir aber nichts konkretes darunter vorstellen. Sollte nicht alle Zeit frei sein?

Verr├Ątst du einen deiner W├╝nsche f├╝r deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erf├╝llen m├Âchtest?┬á

Ich sitze im Las Olas. Hinter mir dr├Ąngen sich die bunten H├Ąuschen von Puerto Naos aneinander, vor mir klatscht der Atlantik gegen Lavafelsen. Die Gischt schafft es Gottseidank nicht bis in den Barraquito vor mir auf dem Tisch. Weiter drau├čen nimmt ein Fischerboot einen Pauschaltouristen an Bord, der die Str├Âmung untersch├Ątzt hat. Einige Leute halten La Palma irrt├╝mlich f├╝r die Hauptstadt von Mallorca. Ich klappe meinen Laptop auf. Es wird Zeit, das letzte Kapitel zu beenden. Die Agentin macht schon Druck. Jeunet hat wegen der Verfilmung angefragt...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das Feedback von Lesern ist wie ein Navigationsger├Ąt, das dich auf dem k├╝rzesten Weg zum Ziel bringt. Wer irrt schon gern stundenlang im Niemandsland herum?

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Konsumenten von bedeutungsentleertem Mainstream tragen ein signifikant erh├Âhtes Risiko an Alzheimer zu erkranken! Das scheinen immer mehr zu vergessen. Warnt auch andere davor ...


Kommentar schreiben

Kommentare: 0