Interview mit Jobst Schlennstedt

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 😊

Magst du den Lesern kurz etwas ĂŒber dich erzĂ€hlen?

Die ersten 21 Jahre meines Lebens habe ich in meiner Heimatstadt Herford verbracht. Doch nach dem Abitur und dem Zivildienst war fĂŒr mich klar, dass es mich weg aus Ostwestfalen zieht. Zu meinem Studium zog es mich eher zufĂ€llig ins oberfrĂ€nkische Bayreuth. 2004 war ich dann schließlich diplomierter Wirtschaftsgeograph.

Aus beruflichen GrĂŒnden ging es dann in den hohen Norden nach LĂŒbeck. Aber auch weil ich die Stadt bereits aus meiner Kindheit kannte. Wir haben des Öfteren an der Ostsee Urlaub gemacht.

Dort lebe ich mit meiner Frau Alexandra, die ich im Studium kennengelernt habe, und meinen beiden Kindern. Hauptberuflich bin ich GeschĂ€ftsfĂŒhrer eines Beratungsunternehmens fĂŒr die Hafen- und Logistikwirtschaft. Letztes Jahr bin ich ĂŒbrigens 40 geworden 

Seit wann schreibst du?

Mittlerweile seit mehr als zehn Jahren. Wobei ich die ersten Versuche bereits im Alter von 19 Jahren unternommen habe. Das war damals ein gescheiterter Versuch, mich an eine von Douglas Adams (Per Anhalter durch die Galaxis) inspirierte Geschichte heranzuwagen.

Wie bist du zum BĂŒcher schreiben gekommen?

Ich hatte schon als Jugendlicher einen Hang dazu, Geschichten zu schreiben. Wie erwĂ€hnt waren es damals vor allem Science-Fiction-Romane, die mich inspiriert haben. SpĂ€ter habe ich dann viele skandinavische und englische Krimis gelesen. Meinen ersten eigenen Kriminalroman habe ich allerdings erst mit 30 geschrieben, kurz nachdem ich nach LĂŒbeck gezogen bin. Die Stadt mit ihrer Geschichte hat mich so sehr fasziniert - und tut es heute noch immer -, dass ich eines Tages einfach begonnen habe, einen Krimi zu schreiben, der in LĂŒbeck spielt. Kriminalkommissar Birger Andresen war geboren.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Puh, das ist schwierig. Ich bin ja „nur“ im Zweitberuf Autor, aber dass es fĂŒr mehr als ein Hobby reichen könnte, habe ich gespĂŒrt, als sich der Emons Verlag fĂŒr mein Manuskript interessiert hat. Als spĂ€ter dann auch der Piper Verlag ein Buch von mir veröffentlicht hat, war mir klar, dass es offenbar Menschen gibt, die meine Texte spannend finden.

Welche BĂŒcher hast du bisher veröffentlicht?

Das sind mittlerweile eine ganze Menge
 Ich versuche es mal:

Kommissar Birger Andresen in LĂŒbeck: Im Selbstverlag BoD – Linien (2006), Rausch (2007); Im Emons Verlag – Tödliche Stimmen (2008), Der Teufel von St. Marien (2009), Möwenjagd (2011), Traveblut (2012), KĂŒstenblues (2013), Todesbucht (2014), #hanseterror (2016), Nebelmeer (2017)

Privatermittler Simon Winter in LĂŒbeck: Im Emons Verlag – Spur ĂŒbers Meer (2014), LĂŒbeck im Visier (2015), Hafenstraße 52 (2016)

Thriller: Im Emons Verlag – KĂŒste der LĂŒgen (2015)

Kommissar Jan Oldinghaus in Ostwestfalen: Im Emons Verlag – WestfalenbrĂ€u (2010), Dorfschweigen (2012)

Kommissare Brunkhorst und Zollinger in Bayreuth: Im Piper Verlag – Tödlicher Abgesang (2011)

Sammelband meiner Kurzkrimis: Im Windspiel Verlag – Kleine KĂŒstenmorde (2016)

Herausgeberschaft einer Krimi-Anthologie: Im Pendragon Verlag – Morden zwischen den Meeren - Kleine Verbrechen aus Schleswig-Holstein (2010)

Herausgeberschaft einer Krimi-Anthologie: Im Pendragon Verlag – Mörderischer Chiemgau - Kriminelle Geschichten (2011)

Herausgeberschaft einer Krimi-Anthologie: Im Pendragon Verlag – Schöner morden im Norden - Große Verbrechen aus Schleswig-Holstein (2012)

Reiseliteratur gemeinsam mit meiner Frau Alexandra: Im Emons Verlag – 111 Orte an der OstseekĂŒste, die man gesehen haben muss (2011)

Reiseliteratur gemeinsam mit meiner Frau Alexandra: Im Emons Verlag – 111 Orte in Ostwestfalen-Lippe, die man gesehen haben muss (2013)

Reiseliteratur gemeinsam mit meiner Frau Alexandra: Im Emons Verlag – 111 Orte an der OstseekĂŒste Mecklenburg-Vorpommerns, die man gesehen haben muss (2014)

Reiseliteratur gemeinsam mit meiner Frau Alexandra: Im Emons Verlag – 111 Orte in LĂŒbeck, die man gesehen haben muss (2015)

Reiseliteratur gemeinsam mit meiner Frau Alexandra: Im Emons Verlag – 111 Orte in der LĂŒneburger Heide, die man gesehen haben muss (2016)

Reiseliteratur gemeinsam mit meiner Frau Alexandra: Im Emons Verlag – 111 Orte in Bielefeld, die man gesehen haben muss (2017)

Hast du fĂŒr deine BĂŒcher recherchiert?

Recherche ist neben der Kreativleistung und der Disziplin eine der wichtigsten Voraussetzungen fĂŒr das Schreiben eines Buches. DiesbezĂŒglich habe ich viel von meinen Lektorinnen gelernt. Themen, denen ich mich widme, mĂŒssen sehr sorgfĂ€ltig und stimmig recherchiert werden. Da ich in meinen letzten Krimis oftmals historische oder politische Ereignisse wie das Widererstarken der Rote Armee Fraktion, den Untergang der MS Estonia oder aber den Brand des Asylbewerberheims in der LĂŒbecker Hafenstraße 52 im Jahr 1996 thematisiert habe, ist die Recherche fĂŒr mich ganz wichtig gewesen.

Wo schreibst du am liebsten?

Meistens auf der Couch mit dem Notebook auf den Beinen. Oft spreche ich aber auch in mein Handy ein, sodass meine Sprache direkt in Text umgewandelt werden. Letztlich kann ich tatsĂ€chlich ĂŒberall schreiben.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Immer abends zwischen 21 Uhr und Mitternacht. Wenn möglich und nötig tĂ€glich. Dazu ein Glas Weißwein und ein paar gesalzene Cashew-NĂŒsse ;-)

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Im Mai ist erst einmal noch mein neuester Birger Andresen-Fall „Nebelmeer“ erschienen. Es handelt sich um den zehnten Fall mit ihm, wenn ich die beiden im Selbstverlag erschienenen FĂ€lle dazuzĂ€hle. Außerdem ist im MĂ€rz das Buch 111 Orte in Bielefeld, die man gesehen haben muss, erschienen. Ein Buch, an dem mir viel liegt, weil ich viele Orte meiner Jugend im vergangenen Sommer erneut besucht habe.

Es gibt durchaus weitere Ideen fĂŒr Krimis (konkret wird im FrĂŒhjahr 2018 ein weiterer Birger Andresen-Fall erscheinen) und auch 111 Orte-BĂŒcher, aber in den nĂ€chsten Wochen und Monaten widme ich mich einer Idee, die seit geraumer Zeit in mir reift. Ein Gesellschaftsroman, der in LĂŒbeck spielen soll. So etwas Ähnliches soll es ja schon einmal gegeben haben ;-) Nur dass mein Buch im Jahr 1990 einsetzt und bis in die Gegenwart reichen soll, ich könnte mir sogar eine Trilogie vorstellen. Es ist die Zeit, in der ich Jugendlicher war und erwachsen geworden bin. Mal sehen, ob mir so etwas liegt. Ich bin selbst ganz gespannt.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Mit Sicherheit Douglas Adams. Per Anhalter durch die Galaxis hat vor allem meine Sicht auf die Welt und uns Menschen beeinflusst. Im Krimibereich haben mich vor allem Henning Mankell und Ian Rankin fasziniert. Letzterer noch ein wenig mehr.

Was sind deine LieblingsbĂŒcher und Lieblingsautoren?

Ganz klar Per Anhalter durch die Galaxis.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich koche sehr gerne. Und ich plane gerne Urlaube. Ansonsten das Übliche: Freunde treffen, viel Familie, zu wenig Sport 😊

VerrĂ€tst du einen deiner WĂŒnsche fĂŒr deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfĂŒllen möchtest?

Ich bin niemand, der gerne in TrĂ€umen lebt. TrĂ€ume bleiben in der Regel TrĂ€ume. WĂŒnsche – außer dass es den mir engsten Menschen immer gut geht – habe ich eigentlich auch keine. Allerdings habe ich PlĂ€ne fĂŒr die Zukunft. PlĂ€ne, die ich gerne verwirklichen will. Sei es schriftstellerischer Art, in meinem Erstberuf oder aber privat.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Wenn man ein halbes Jahr nur mit dem Roman und den Figuren beschĂ€ftigt ist, unendliche einsame Stunden verbringt und immer wieder auch mal davor steht, alles hinzuschmeißen, dann freue ich mich wirklich sehr auf das Feedback, das man endlich erhĂ€lt. Sofern es denn positiv ist ;-) Vor allem bei Lesungen hat man ja den direkten mit den Lesern. In diesem Jahr habe ich so viele Lesungen wie nie zuvor. Jede einzelne Veranstaltung ist anders, das Publikum reagiert nie gleich, genau das macht es fĂŒr mich so spannend.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Es gibt eine Sache, die noch schöner ist als Schreiben – und das ist Lesen! Also machen Sie weiter so – ich tue es auch. 


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