Interview mit Oliver Pötzsch

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 😊

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Hallo, mein Name ist Oliver Pötzsch, und ich habe sieben Leben auf einmal. Ich bin Schriftsteller, Henkersnachfahre, Soulsänger, Journalist, Familienvater, Gitarrist und Tomatenzüchter. 

Manchmal komme ich mit meinen verschiedenen Leben durcheinander. Deshalb geht es bei uns zuhause auch etwas chaotisch zu. Aber ich denke, entweder man lebt - oder man ist konsequent.

Seit wann schreibst du? 

Geschichten schreibe ich schon seit meiner Grundschulzeit, außerdem Gedichte, Lieder, Theaterstücke und in meiner Jugend jede Menge kitschig-pathetisch Fantasy-Stories. Die bewahre ich im Giftschrank auf, auf dass sie nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken! 

Es ist eben doch ganz gut, wenn man lange schreibt, sich ausprobiert, tüftelt - und erst dann einen Verlag sucht.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich stamme von einer bayerischen Henkersdynastie ab. Vor etwa zehn Jahren war der Cousin meiner Großmutter bei uns zu Besuch. Er hatte jede Menge Stammbäume, alte Bilder, Fotos, Dokumente und einen leibhaftigen Henker-Meisterbrief dabei. 

In diesem Moment wusste ich: Das wird mein erster Roman, ein Roman über meine Ahnen, die Scharfrichter. Mittlerweile ist eine ganze Serie daraus geworden, aber ich schreibe auch andere Romane, Kinder- und Jugendbücher. Nur über Scharfrichter zu schreiben, macht einen möglicherweise etwas, nun ja ... seltsam. 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Ich denke, so ab der zehnten, elften Klasse. Ich habe dann nach dem Abitur etwas planlos geschaut, wie man in Deutschland Autor wird. Da gab es nichts, also habe ich zuerst ein Semester Germanistik studiert und bin dann auf die Deutsche Journalisten Schule in München gegangen. Ich dachte, dort lerne ich, Schriftsteller zu werden. Nun ja, das war ein Irrtum. Ich bin zunächst Journalist geworden, für Radio und Fernsehen, was mir aber auch großen Spaß gemacht hat.  

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Henkerstochterserie mit bislang sieben Bänden. Einen Thriller über König Ludwig II. namens die "Ludwig-Verschwörung", außerdem den historischen Schmöker "Die Burg der Könige" über die deutschen Bauernkriege, Kinderbücher mit "Kuno Kettenstrumpf", Jugendromane rund um die "Schwarzen Musketiere" und ein lustig schräges Buch über meine Erfahrungen als Herzpatient in deutschen Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen: "Meine Kur hat einen Schatten", mein sicher persönlichstes Buch ...

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Aber klar! Schließlich bin ich von der Ausbildung her Journalist. Leser sagen mir oft, dass sie an meinen Romanen die gute Recherche schätzen. Das freut mich natürlich!

Wo schreibst du am liebsten?

Am Ammersee, nahe am Ufer. Ich schau raus aufs Wasser, und wenn ich mal nicht weiter weiß, gehe ich joggen, schwimmen oder spazieren.

Hast Du ein festes Schreibritual?

In meiner Schreibphase schreibe ich jeden Tag von 9 bis 13 Uhr, dazu gibt es literweise Pfefferminztee.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich habe ein neues Projekt, aber ich darf es noch nicht verraten. Wenn es so weit ist, erfahrt ihr es in diesem Blog als eine der ersten, versprochen!

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Mich beeinflussen immer die Autoren, die ich während des Schreibens lese. Deshalb brauche ich viel Abwechslung, um nicht von einem einzelnen Autor vereinnahmt zu werden. Meine Regel lautet: Burger und Kavierbrötchen immer abwechselnd, heißt, was seichtes und dann wieder was mit Tiefgang.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Hab ich nicht, ehrlich - wenn das auch alle Journalisten immer wissen wollen. Das wechselt je nach Laune.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich singe in Bands, spiele Schlagzeug, Bass, Gitarre ... Als Jugendlicher habe ich mir jedes Instrument beigebracht, um damit die Mädchen zu beeindrucken. Mittlerweile durchschauen sie mich ...  

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ach Gott, da gibt es so viele. Ich bin ja noch nicht über achtzig. Also, hier eine Auswahl: einmal mit dem Fahrrad durch Deutschland, zu Fuß durch Island und durch Wales, mein eigener Schäferwagen (ohne Schafe), mit meinen Kindern zusammen ein Buch schreiben, mit meiner Frau alt und glücklich werden ...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Autoren sind eitel und wollen geliebt werden. Wer was anderes behauptet, lügt oder ist die von Gott gesegnete Ausnahme. Feedback ist mir wichtig, ich will ja schließlich gelesen werden. Keiner will nur für die Schublade schreiben. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Lest, lest, lest! Unter der Bettdecke mit der Taschenlampe, am Strand mit Sand zwischen den Seiten, im Arzt-Wartezimmer auf ungemütlichen Plastikstühlen, lümmelnd im Lieblingssofa oder acht Stunden auf der Zugfahrt von München nach Hamburg ... Jedes Lesen ist ein gewonnener Kampf gegen die Smartphone-Zombies!


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