Interview mit Rolf Bellartz

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten ūüėä

Magst du den Lesern kurz etwas √ľber dich erz√§hlen?

Ich bin Jahrgang 1957, in K√∂ln geboren und lebe seit 25 Jahren in R√∂srath im Bergischen Land. Nach der schulischen Ausbildung habe ich Germanistik u. Kunst studiert. Schon als Kind stellte man bei mir eine bl√ľhende Phantasie, sprachliches Talent und einen schier unz√ľgelbaren Hang zur Kreativit√§t fest. Aufgaben versuche eher emotional denn rational zu l√∂sen. Ich liebe die Freiheit, wehre mich gegen Zw√§nge. Viele Jahre war ich in diversen L√§ndern mit einem Wohnmobil unterwegs. Manches Erlebnis am Rand der Stra√üe hat mich dazu inspiriert, es in meinen B√ľchern zu verarbeiten. ¬†

Seit wann schreibst du? 

Bereits als Achtj√§hriger habe ich - gerade des eigenst√§ndigen Lesens und Schreibens m√§chtig - begonnen Abenteuergeschichten zu schreiben. Die wurden von einer Tante abgetippt und zu einem B√ľchlein zusammengebunden.

Auf dem Gymnasium wurde mein Talent dann jedoch r√ľde abgew√ľrgt.

Erst Mitte der 90er Jahre habe ich das Schreiben wieder entdeckt und begonnen Anekdoten und Erzählungen zu verfassen.

Wie bist du zum B√ľcher schreiben gekommen?

Die Erz√§hlungen aus dem Jahr 1995 stie√üen im Freundes- und Bekanntenkreis auf viel Interesse und Begeisterung, dar√ľber hinaus aber nicht, da sie offenbar zu pers√∂nlich gehalten waren. Ein ehemaliger Schulkamerad, der Kabarettist Ferdi Linzenich, empfahl mir daraufhin, es doch lieber mit einem Roman mit frei erfundenen Personen und Handlungsstr√§ngen zu versuchen. Nicht wirklich davon √ľberzeugt, dass ich so etwas k√∂nnte, habe ich begonnen "Die Stra√üe kannte die Antwort" zu schreiben.¬†

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Im Prinzip ab dem Moment, als ich als Achj√§hriger das gebundene B√ľchlein in den H√§nden hielt und es vom Lehrer und anderen Erwachsenen immens gelobt wurde.

Der Wunsch Autor zu werden lebte dann Jahre später wieder auf, 

als ich die ersten zwei Kapitel meines ersten Buchs (Die Stra√üe ... ) geschrieben hatte, der Text mir regelrecht aus der Feder glitt und ich merkte, dass ich Personen, Welten und Handlungen erschaffen konnte, ich der Puppenspieler war, der die F√§den in der Hand hielt, war mir bewusst, dass das Schreiben nicht nur ein Hobby f√ľr die Schreibtischschublade bleiben sollte. Andere Menschen mit ansprechender Literatur zu unterhalten war mit einem Mal mein Ziel - und dies auf eine Weise, dass beim Leser "Kino im Kopf" ablaufen sollte, was ich bei so manchem anderen Autor ganz einfach vermisst hatte.

Welche B√ľcher hast du bisher ver√∂ffentlicht?

Die Straße kannte die Antwort

Was bleibt, ist Blut im Schnee

Sechs, sieben, acht

Lost in France

Heidenangst

Hast du f√ľr deine B√ľcher recherchiert?¬†

Ja.

Das war von Buch zu Buch anders. Bei "Die Stra√üe ..." waren es haupts√§chlich Autowerkst√§tten u. Autoh√§user, wo ich recherchiert habe. Dar√ľber hinaus gab es in entsprechender Fachliteratur Informationen √ľber den 1. Weltkrieg in den Dolomiten zu sichten. Den ein oder anderen Schauplatz habe ich auch pers√∂nlich aufgesucht. Bei "Heidenangst" haben mir das Bonner Polizeipr√§sidium und 2 Polizeiwachen sehr geholfen, aber auch Waffenexperten, Milit√§rs, √Ąrzte, Apotheker, Reiterinnen, Ortskundige, √úbersetzer, Kenner bestimmter L√§nder, IT-Spezialisten und das Internet habe ich hinzu gezogen.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Freien, an einer schattigen Stelle in einem Garten, auf einer Veranda, zumindest in einem Zimmer mit Blick nach draußen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Zun√§chst gibt es eine Art Skelett, in das ich nach und nach Fleisch setze, wobei aber auch immer mal wieder St√ľcke heraus genommen werden. Die kommen dann an eine andere Stelle, selten fallen sie weg - so was macht dann der Lektor.

Bisher habe ich immer einen roten Faden des Selbsterlebten gehabt. Wenn es den gibt, kann die Grundidee zu einem Buch innerhalb von 30 Minuten entstehen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

In Zusammenarbeit mit einer Zeitzeugin will ich versuchen in einer noch nicht festgelegten Form deren Leben während der Zeit des Dritten Reiches darzustellen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Im Anfang sicher Karl May.

Später Jaques Berndorf.

Was sind deine Lieblingsb√ľcher und Lieblingsautoren?¬†

Die Eifelkrimis von Jaques Berndorf

Die Romane von Jean-Christophe Grangé, Dan Brown, Stefanie Zweig u. Walter Kempowski

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wandern

Fotografieren

Bilder am Computer bearbeiten

Garten-/Balkonarbeit

Konzerte besuchen (ich liebe das Genre der Musiker Michel Cretu (Enigma), Christopher von Deylen (Schiller) u. Mike Oldfield.

Verr√§tst du einen deiner W√ľnsche f√ľr deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erf√ľllen m√∂chtest?¬†

In einer renommierten Talkshow mich und meine B√ľcher vorstellen zu k√∂nnen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Positives Feedback ist mir sehr wichtig. Kreative Kritik von kompetenten Personen versuche ich bei nächster Gelegenheit umzusetzen. Unqualifiziertes, negatives Feedback, das sich oft an Kleinigkeiten aufhält, versuche ich fern zu halten, da es nur runterzieht, verunsichert und nicht zu einer Verbesserung beiträgt.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Auch wenn einem ein Buch mal nicht gefallen hat, sollte man immer bedenken, wie viel Herzblut des Autors sicher darin steckt. Darum sollte man nicht einfach darauf herumkloppen und alles schlecht reden bzw. schreiben. Literatur lässt sich nicht anhand von Werten oder Skalen messen.


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