Interview mit Ute Bareiss

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 😊

Ich danke dir ganz herzlich für das spannende Interview!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Meine Leidenschaften sind Schreiben, Reisen und die Natur. Und ich bin in der glücklichen Lage, diese drei verbinden zu können. Seit über 15 Jahren bin ich mit meinem Mann auf Weltumsegelung – die erste Runde haben wir im letzten Jahr vollendet. Ich schreibe Thriller (die Alex-Martin-Thriller-Reihe), die an den selbst bereisten Schauplätzen spielen, Jugendkrimi und Reiseberichte. Gelernt bin ich Wirtschaftsassistentin und Fremdsprachenkorrespondentin und führe seit 30 Jahren ein Schreib- und Übersetzungsbüro. Tauchlehrerin bin ich aus Leidenschaft und im Ehrenamt.

Zudem bin ich in diversen Autorenvereinigungen tätig: Als Moderation im Deutschen Schriftstellerforum, ich organisiere Seminare für den Bundesverband junger Autoren, bin bei den Mörderischen Schwestern, den Bücherfrauen und dem Syndikat.

Seit wann schreibst du?

Mein erstes „Buch“ hatte ich mit vierzehn geschrieben. Ein Jugendroman (Abenteuer/Liebe). Leider existiert der nicht mehr, weil es mir damals peinlich war. Als Klassenkameraden, die ich als Protagonisten verwendet hatte, das Buch in die Hände fiel, hatte ich es zerrissen. Vor gut zehn Jahren bin ich dann wieder eingestiegen. Das erste Manuskript war eine Neuauflage des Jugendromans, der noch in einer Schublade ruht, bevor ich mich an die Thriller wagte.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

In meiner Familie sind alle Bücherliebhaber und ich habe seit jeher alles verschlungen, was Buchstaben hat. Der Traum vom Schreiben und das Ausdenken von Geschichten haben schon immer in mir existiert. Durch Schule und Beruf geriet es etwas in den Hintergrund, doch als wir 2002 unsere Weltumsegelung begannen und viel Spannendes erlebten, fingen die Geschichten an zu drängeln, von mir auf Papier gebannt zu werden.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Der Traum war schon von Jugend an da – damals war das für mich allerdings noch zu groß gedacht. Seit Planung unserer Weltumsegelung, Ende der 90er, ist der Wunsch in mir gewachsen, das Schreiben nicht nur als Hobby zu betreiben. Ich wollte einen Beruf, den man weltweit auch auf Reisen ausüben kann. Die Übersetzungen waren zwar schon ein guter Grundstock, aber ich wollte mich nicht nur mit fremden Texten beschäftigen. Damals war ich noch naiver und hatte mir das mit dem Erfolg leichter vorgestellt, doch ich bereue es nicht, diesen Weg eingeschlagen zu haben. So viele Themen brennen mir unter den Nägeln, über die ich gern schreiben möchte.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Alex-Martin-Thriller, die alle unabhängig voneinander zu lesen sind:

Roter Ozean: Im Fahrwasser der Macht, Band 1, ISBN 978-3-945313-99-6, April 2015 beim Sieben Verlag, Neuauflage 2016 beim Kieselsteiner Verlag, E-Book und Taschenbuch

Weißes Gold: Im Sog der Gier, Band 2, ISBN 978-3-945313-97-8, November 2016, Kieselsteiner Verlag, E-Book und Taschenbuch

Blauer Tod: Im Netz des Terrors, Band 3, ISBN 978-3-945313-95-4, wird im Herbst 2017 erscheinen

All Age Krimiserie „Ein MORDs-Team“

Eine verhängnisvolle Erfindung, Band 3, ISBN 978-3-958340-39-8, Oktober 2014 bei Greenlight Press, E-Book, sowie Taschenbuch und Hardcover im Sammelband

Aus Liebe zum Meer – eine maritime Anthologie

ISBN 978-3-956671-84-5, Verlag 3.0, Juni 2015

10 Autoren spenden ihre Einnahmen zu 100% an die „Rettung zur Gesellschaft Schiffbrüchiger“

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Absolut! Eine fundierte Recherche ist für mich das A und O von guten Büchern. Für mich ist es schlimm, ein Buch zu lesen, bei dem ich merke, der Autor hat sich mit dem Metier nicht befasst. Ich habe sicherlich so viel Zeit für die Recherche wie fürs Schreiben verwendet. Obwohl ich über Themen schreibe, mit denen ich mich auskenne, weil sie mich (aus Gründen der Umweltrelevanz) interessieren, recherchiere ich vor dem Schreiben alle Grundinhalte des jeweiligen Buches ausführlich. Oft fällt auch noch während des Schreibens der ein oder andere Punkt an, der näher beleuchtet werden muss. Und ich lasse auch alle strittigen Szenen von Experten testlesen vor der Veröffentlichung.

Auch die Schauplätze meiner Bücher sind ausgiebig persönlich erforscht, denn nur so kann man meiner Meinung nach die Gerüche, Geräusche und das lokale Leben für die Stimmung des Buches authentisch einfangen und den Leser in die fremde Welt mitnehmen.

Wo schreibst du am liebsten?

Am liebsten im Freien! 😊

Ob es bei uns im Cockpit auf dem Segelkatamaran irgendwo auf den Weltmeeren ist, auf der Terrasse meiner Eltern in Stuttgart oder im großen Garten meines Mannes mitten im Grünen. Sobald es möglich ist, schnappe ich mir meinen Laptop und gehe nach draußen!

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich bereite gern alles vor, um mich dann nicht selbst abzulenken, wenn ich vom Laptop weglaufen müsste. Kaffee oder Tee (je nach Tageszeit), viel Wasser, Kopfhörer mit Musik, das Internet möglichst abschalten oder nur für dringende Recherchezwecke anschalten (kein Facebook, keine E-Mails) – die Hauptrecherche schließe ich vorher ab. Bevor ich losschreibe, lese ich immer durch, was ich zuvor geschrieben habe (einige Seiten), um wieder hineinzukommen. Am besten schreibe ich ab mittags – auch gern bis in die Nacht hinein. Ich bin kein Morgenmensch 😊

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Band 3 der Alex-Martin-Thriller-Reihe „Blauer Tod: Im Netz des Terrors“ ist in der Endphase. Hier sehen sich Alex und seine Kollegen einem rätselhaften Delfinsterben im Roten Meer gegenüber. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf eine Gruppe selbsternannter Weltverbesserer, deren Ziele weitaus gefährlicher sind, als sie zuerst befürchtet hatten.

Ebenso existiert bereits ein großer Teil eines in Borneo spielenden Ökothrillers.

Zu jedem der Alex-Martin-Thriller ist (auf Wunsch/Anregung von zwei lieben Bloggerinnen, die mehr von bestimmten Charakteren lesen wollten) ein Romantic Thrill als Spin-Off in Arbeit.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ob jemand mein Schreiben beeinflusst hat, kann ich schwer beurteilen.

Inhaltlich hat mich Berte Bratt in meiner Jugend geprägt, die in ihren Büchern neben einer spannenden Unterhaltung mit Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann, auch eine Botschaft (für mich) vermittelt hat. Es war immer mein Wunsch, meine Leser ebenso fesselnd zu unterhalten und sie vielleicht auch das ein oder andere mitnehmen zu lassen.

Clive Cussler mit seiner Dirk Pitt-Reihe könnte mich zu meinem Ermittler, dem Meeresbiologen Alex Martin, inspiriert haben. Ich mag diesen Charakter, der nicht in das Schema „frustrierter Kommissar“ fällt und einen mit auf Reisen in fremde Länder zu spannenden Abenteuern nimmt. Das trifft auch genau meine Interessen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Wenn mir Gerdt von Bassewitz‘ „Peterchens Mondfahrt“ in die Hände fällt, muss ich immer darin lesen! Diese Geschichte, die mir meine Mutter in der Kindheit vorgelesen hat, liebe ich heute noch. Ich mag Reiseberichte und Biografien von Menschen, die etwas zu erzählen haben, aber auch Jugendbücher schmökere ich immer wieder gern. Hauptsächlich lese ich Thriller und freue mich, wenn die Autoren sich vom 0815-Schema der Serienkiller und des frustrierten Kommissars abheben. Seit ich selbst schreibe, lese ich viel die deutschen Kollegen (und finde, wir sind auf dem Weltmarkt unterschätzt 😊) Direkte Lieblingsautoren habe ich nicht – dazu lese ich zu viele gern.

Leider kommt das „normale“ Lesen seit dem Schreiben viel zu kurz – ich lese momentan hauptsächlich für Kollegen Manuskripte in der Rohfassung als Testleser.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Die Zeit auf jeden Fall im Freien verbringen 😊

Zu meinen Hobbies zählen neben Schreiben, Lesen, Segeln und Tauchen auch Wandern, Motorradfahren und Gleitschirmfliegen (wobei dies in letzter Zeit viel zu kurz kam).

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Mein größter Traum ist es, in den ausländischen Buchläden, die wir auf unserer Weltreise besuchen, eines meiner Bücher zu finden (am besten natürlich alle 😊) Ich denke, jeder Autor träumt von einer Übersetzung in möglichst viele Sprachen. Ansonsten arbeite ich natürlich auf eine weitere Verbreitung in Deutschland hin und freue mich über jeden Leser, dem mein Buch gefällt! (von denen wünsche ich mir natürlich zahlreiche) 😊

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Immens wichtig. Ob Lob oder konstruktive Kritik. Viele Anregungen konnte ich umsetzen und Lob ist der Motor zum Weitermachen. Nichts ist wertvoller als eine Weiterempfehlung. Meine liebe Kollegin Megan Dearing hat es kürzlich sehr schön auf den Punkt gebracht: „"Wenn ihr gerne lest und vielleicht den ein oder anderen Autor/in habt, den ihr immer wieder lesen möchtet, unterstützt ihn mit euren Worten, damit auch er nicht aufhört, welche für euch zu finden."

Das Warten auf eine Rückmeldung ist für mich immens frustrierend.

Ich denke, gelesen werden ist für den Autor der größte Antrieb zum Weitermachen. Natürlich schreibe ich, weil mir meine Themen am Herzen liegen, aber ich freue mich unglaublich, wenn ich damit auch andere Menschen berühren kann. Und dies weiß ich nur, wenn ich auch Feedback bekomme 😊

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ein ganz dickes Dankeschön an all diejenigen, die mich bisher auf meinem Weg begleitet haben, mich weiterempfohlen und rezensiert haben! Ich freue mich, wenn ihr auch weiterhin hinter mir steht und mir Mut macht und über jeden, der sich dazugesellt. Stürzen wir uns gemeinsam in viele neue Abenteuer! 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0