Interview mit Connie Roters

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten ­čśŐ

Sch├Ân, dass du mir die M├Âglichkeit dazu gibst.

Magst du den Lesern kurz etwas ├╝ber dich erz├Ąhlen?┬á

Ich bin eine Berufesammlerin. Habe Publizistik, Germanistik und Soziologie studiert, als freie Journalistin für 

Tageszeitungen geschrieben, mit anderen eine Kleinkunstb├╝hne aufgebaut und betrieben, eine Agentur f├╝r Comedy gegr├╝ndet,

beim Theater gearbeitet und beim Film als Requisiteurin und Frau f├╝r Spezialeffekte. Mit Mitte Drei├čig entschied ich mich,┬á

im Sozialen t├Ątig zu werden und arbeitete fast 20 Jahre lang mit traumatisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine sehr

anstrengende, aber auch wirklich gute Zeit, in der ich viel ├╝ber die Abgr├╝nde des Menschseins gelernt habe.

Und jetzt schreibe ich wieder hauptberuflich.

Seit wann schreibst du?

Schon als Kind habe ich meinen Eltern und allen Kindern, mit denen ich zusammenkam, selbst ausgedachte Geschichten erz├Ąhlt

und sobald ich schreiben konnte, habe ich sie aufs Papier gebracht. Sp├Ąter wurden aus den Geschichten, Artikel und Reportagen

für Tageszeitungen und jetzt schreibe ich Kriminalromane und Kurzgeschichten. Das Schreiben und Geschichten haben mich also mein 

Leben lang begleitet. Und B├╝cher nat├╝rlich. Ohne B├╝cher k├Ânnte ich nicht leben.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich liebe Kriminalgeschichten und wollte eigentlich einen Krimi für meine FreundInnen schreiben, als Geburtstagsgeschenk 

sozusagen. Als der Text fertig war, traf ich zuf├Ąllig auf eine Agentin, die ihn gut fand und ihn gerne an einen Verlag bringen┬á

wollte. Da habe ich nicht nein gesagt und so entstand mein Deb├╝t "Tod in der Hasenheide", das 2014 bei Emons erschienen ist.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Ab dem Moment als ich mein erstes Buch in den H├Ąnden hielt. Das war wirklich etwas ganz Besonderes.┬á

Welche B├╝cher hast du bisher ver├Âffentlicht?

Zwei Kriminalromane in der Reihe mit dem dichtenden und trinkenden Hauptkommissar Breschnow: 

"Tod in der Hasenheide" 2014 im Emonsverlag und "Das Grab im Schnee" 2015 im BerlinVerlag.

Das dritte "Endstation Neuk├Âlln", erscheint am 29.Juni, wieder bei Emons.┬á

Und Kurzgeschichten in Anthologien: "Treptower Steine" in Krimineller Reisef├╝hrer // "Marie" in Labyrinth,

Bonner Literaturpreis 2015, shortlist // "Pixelgl├╝ck" in K├╝nstlerpech // "Gestern wie heute" in

Sachsenmorde 2. Und zwei weitere "Endlich(er) Urlaub" in "Endlich(er) Urlaub", die Anthologie erscheint 

voraussichtlich im Juli und ein Weihnachtskrimi "Nedeirf - Frieden", der im Winter rauskommt. 

Hast du f├╝r deine B├╝cher recherchiert?

Ich recherchiere immer ziemlich viel, weil meine B├╝cher politische Hintergr├╝nde haben, z.B. in "Tod in der Hasenheide"

deutsche Kampfeins├Ątze in Afghanistan und ihre Folgen f├╝r das Leben der Soldaten danach, und in "Endstation Neuk├Âlln",┬á

vernachl├Ąssigte und drogens├╝chtige junge Erwachsene, die es nicht schaffen, den Weg in ein sozial vertr├Ągliches Leben┬á

zu finden.    

Internet und Co sind für mich sehr hilfreich, gerade wenn es um Zahlen oder historische Gegebenheiten geht. 

Aber am wertvollsten und am liebsten ist mir der direkte Kontakt mit den Menschen, zu PsychologInnen, zu PolizistInnen, zu 

DrogenfahnderInnen und Abh├Ąngigen (waren f├╝r das dritte Buch unerl├Ąsslich), zu Menschen, die in den jeweiligen Berufsgruppen┬á

t├Ątig sind, ├╝ber die ich gerade schreibe und auch zu Straft├Ątern (brauchte ich unbedingt f├╝r das vierte Buch, das im┬á

p├Ądophilen Milleu spielt). Ich sch├Ątze auch sehr den zuf├Ąlligen Kontakt auf den Stra├čen oder in den ├Âffentlichen Verkehrsmitteln,

um andere Meinungen und Weltsichten zu h├Âren und ich interessiere mich f├╝r die Lebens- und Alltagsgeschichten in meinem Umfeld. ┬á┬á

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause, entweder in der Küche bei meinen Musen (vier Wellensittiche) oder am Schreibtisch im Wohnzimmer mit Blick 

in den gr├╝nen Hinterhof.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Eigentlich nicht. Manchmal setze ich mir feste Zeiten, manchmal schreibe ich einfach, wenn sich die M├Âglichkeit dazu┬á

ergibt und an manchen Tagen einfach nur aus Lust und Laune. Aber wenn ich mir einen Plan mit festen Arbeitszeiten mache,

was bei mir f├╝r die ├ťberarbeitungen unerl├Ąsslich ist, dann bin ich sehr diszipliniert.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Projekte gibt es mehrere in meinem Kopf. Gerade bin ich dabei, den vierten Fall von Hauptkommissar Breschnow, einen P├Ądophilenkrimi,┬á

zu überarbeiten und recherchiere zum fünften Fall mit dem Thema Obdachlosigkeit und Demenz. 

Au├čerdem hat mir eine Bekannte neulich Fragmente ihrer Lebensgeschichte erz├Ąhlt, die ich so spannend finde, dass ich┬á

gerne dar├╝ber schreiben m├Âchte und eine Organisation hat mich gefragt, ob ich an einem Schreibprojekt mit auff├Ąlligen┬á

Jugendlichen mitarbeiten m├Âchte.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Zwei sogar. Doris Gercke und Henning Mankell.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Mein absolutes Lieblingsbuch ist "Stiller" von Max Frisch. Ich habe es zum ersten Mal mit vierzehn gelesen und seitdem 

immer wieder.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Wandern und mich mit FreundInnen treffen.

Verr├Ątst du einen deiner W├╝nsche f├╝r deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erf├╝llen m├Âchtest?

Als damals im Fernsehen die Bilder der Mondlandung übertragen wurden, war ich ein Kind. Mit Erstaunen sah ich diese 

unwirkliche steinige Landschaft mit dem seltsamen Licht und den harten Schatten. Seitdem will ich dorthin fliegen und 

auf dem Mond spazieren zu gehen. Leider fehlen mir f├╝r die Finanzierung immer noch die Millionen. Aber ich arbeite dran ­čśŐ

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Deswegen mache ich gerne Lesungen, um in einen pers├Ânlichen Kontakt zu kommen. Au├čerdem habe eine Website eingerichtet,┬á

connie-roters.de, was mir als Computerdinosaurier nicht leicht gefallen ist und eine Email-Adresse connie.roters@gmail.com, 

damit meine Leserinnen und Leser mir schreiben k├Ânnen und ich tummele mich auf Facebook.┬á

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Danke dir, dass du gefragt hast. 

Ich w├╝nsche allen Leserinnen und Lesern ein wunderbar m├Ârderisches Vergn├╝gen und eine spannende Zeit mit meinen B├╝chern und┬á

freue mich, wenn ihr mir schreibt.


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