Interview mit Yves Patak

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 😊

Gerne!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

An einer passenden Beschreibung zu meiner Person musste ich erst mal herumfeilen. Am stimmigsten erscheint mir – in meiner Funktion als Arzt und Schriftsteller – „eine moderne Version des Dr. Jekyll und Mister Hyde“ ... ohne dass ich meine PatientInnen mit diesem Vergleich vergraulen will! 😊

Als Dreikäsehoch las ich mit Wonne die alten Wilhelm Busch-Schmöker meiner Großmutter. Die herrlich fiesen Bildergeschichten beflügelten meine Fantasie. Kurz darauf kamen Christian Morgensterns „Galgenlieder“ in mein Leben, und mein Geschmack für das Skurrile und Übersinnliche war geweckt. Mit zwölf Jahren schrieb ich erste Gedichte, zeichnete Monster und Vampire und begann (- Stephen King sei Dank - ) schon bald mit dem Schreiben von gruseligen Kurzgeschichten.

Ganz so nebenbei studierte ich Medizin und führte fünfzehn Jahre lang eine Praxis für Allgemeine Medizin, doch erst seit meinem Switch in die Psychologie und Hypnosetherapie passen meine ärztliche Arbeit und die Schriftstellerei perfekt zusammen. In beiden Bereichen zeigt sich die transformierende Kraft der Imagination und des Wortes.

Seit wann schreibst du?

Eigentlich seit vorpubertären Zeiten, wie oben erwähnt, doch erst seit etwa zehn Jahren widme ich mich mit Herz und Seele dem professionellen Schreiben.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Die eigentliche Schriftstellerei begann mit meinem Erstlingswerk „The Healer“, einem Thriller, den ich wunderlicherweise auf Englisch schrieb, obwohl meine Muttersprache Französisch ist und ich sonst in deutscher Sprache schreibe. Die Story begann als Kurzgeschichte, wurde irgendwann zu lang, und so beschloss ich, meinen ersten Roman zu vollenden. Dabei entdeckte ich die wahre Freude des kreativen Schreibens.

Meinen Erstling habe ich inzwischen vom Markt genommen, weil das Buch – wie von einem Gesellenwerk zu erwarten – alles andere als ausgegoren war. Inzwischen habe ich es revidiert und plane, es in ein, zwei Jahren als Serial auf Deutsch zu veröffentlichen.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Der diffuse Plan, Schriftsteller zu werden, begleitet mich seit sehr langem. Seit etwa drei Jahren glaube ich, dem Ziel deutlich näher zu sein, irgendwann ganz vom Bücherschreiben leben zu können. Eine dicke Portion Fleiß und Durchhaltevermögen gehört dazu, und inzwischen bin ich ein begeisterter Workaholic.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Abgesehen vom Thriller „The Healer“ waren meine ersten zwei Bücher eher experimentell, von meinem ärztlichen Lebensberater-Alltag geprägt: „Gespräche mit Luzi“ ist eine augenzwinkernde Replik auf Neale D. Walschs Bestseller-Serie „Gespräche mit Gott“, und mein zweites Buch „Null Bock auf Karma“ ist ein humorvoll-holistischer Ratgeber.

Nach diesen beiden Eskapaden in andere Genres widme ich mich ganz dem Thriller, allerdings mit Schattierungen: „Himmel und Hölle“ ist ein Thriller mit Schmunzeleffekt, ebenso mein neustes Werk „Ace Driller – Das Prometheus-Gen“, während „Tödlicher Schatten“ und „Der Screener“ düstere Mystery Thriller sind.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, natürlich – nur, dass ich aufgrund meiner Doppelgleisigkeit als Arzt und Selfpublisher aus Zeitgründen gewisse Abstriche machen muss. Falls ich einmal nur noch schreibe, werde ich der Recherche mit Begeisterung noch mehr Zeit widmen.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Wintergarten. Ich liebe es, beim Nachdenken in die Ferne zu schauen. Genauso gern schreibe ich (es lebe der Laptop) im Garten selbst, im Schatten eines Baumes. Aber auch mal zwischendurch am Strand oder in einem Café lasse ich mich gerne inspirieren.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja. Mein Motto lautet, dass zuerst „alles andere“ erledigt sein muss, und danach wird geschrieben. Da ich die Alltagspflichten meist im Griff und rasch erledigt habe, kann ich behaupten, seit gut zehn Jahren jeden Tag zu schreiben – mal mehr, mal weniger, aber konstant.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Hab ich. Aufgrund der sehr positiven Rezensionen meiner ersten Leserunde bei Lovelybooks werde ich den zweiten Band meines Roman „Ace Driller“ in Angriff nehmen. Parallel dazu wird „Der Screener“ revidiert und die Fortsetzung geschrieben.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Mein all-time-favorite ist und bleibt Stephen King. Trotz seines hartnäckigen Rufs als Gruselautor muss ich immer wieder meinen Hut ziehen vor seiner Schreibe, seiner Fantasie, seiner psychologischen Kenntnis, Tiefe, Beobachtungsgabe, Produktivität ... der Mann ist schlicht ein Genie!

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Lieblingsbücher: Das letzte Gefecht, The Shining, Der Dunkle Turm, Per Anhalter durch die Galaxis, Das Schweigen der Lämmer, Hannibal, Edgar Allan Poe’s Kurzgeschichten, Das Bildnis des Dorian Gray,

Lieblingsautoren: Stephen King, Edgar Allan Poe, Oscar Wilde, Thomas Harris, Lee Child, Douglas Adams, Clive Barker, Agatha Christie und andere Giganten.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Schreiben, lesen, eBike fahren, Gitarre spielen, singen, mit meiner Freundin und den Kids diskutieren.

Verfolgst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Das Leben als freier Schriftsteller ist das Ziel – wobei ich bereits seit Jahren genauso lebe, als wäre ich bereits angekommen. Natürlich würde ich meine psychologische Beratung – etwas reduziert – ebenfalls weiterhin anbieten, auch diesen Job liebe ich.

Die Krönung ist dann noch, dem viel zu langen Schweizer Winter zu entfliehen und stets von Dezember bis März irgendwo an der Wärme zu schreiben, die Füße im Meer.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Obwohl ich das schreibe, was in meinen inneren Welten geschieht, sehe ich das Schriftstellerleben als Team-Work zwischen Autor und Leser, und mein Teil ist das Entertainment. Die LeserInnen dürfen und sollen mich mit ihren Anregungen beeinflussen, mit-lenken, stimulieren. Als Self-Publisher ist man zu einem gewissen Grad auch ein Dienstleister. Und da ich es liebe, gut unterhalten zu werden, möchte ich meiner Community das gleiche Vergnügen bieten.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich freue mich auf eine langjährige, spannende Beziehung zu euch allen! 😊

Vielen Dank dir, liebe Bianca, für das Interview.


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