Interview mit Falko Löffler

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 😊

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Hallo. Falko Löffler, Jahrgang 1974, aufgewachsen mitten in Hessen im Vogelsberg, Studium der Germanistik und Anglistik in Marburg und sogar als Magister Artium abgeschlossen. Bis dahin war es einigermaßen seriös. Mein erster Job dann war, mir Texte und Geschichten für Gameboy-Spiele auszudenken, die eine Firma in Frankfurt entwickelt hat. Das habe ich einige Jahre lang getan, und seit 2003 bin ich freier Autor und Übersetzer. An Spielen arbeite ich immer regelmäßig - beispielsweise habe ich zuletzte an den deutschen Texten von "Anno 2205" mitgewirkt und schreibe aktuell unter anderem etwas für das Textadventure "Thaumistry". Zwischendurch hab ich Drehbuch geschrieben, in letzter Zeit übersetze ich überwiegend Romane aus dem Englischen. Und wann immer Luft ist, schreibe ich eigene Bücher.

Seit wann schreibst du? 

Das kann ich ziemlich genau ins Alter von 14 Jahren verorten. Ich habe dank familiärer Umstände direkt anfangen können, kleinere Sachen fürs Lokalblatt zu schreiben, dazu eine Schülerzeitung, und dann fing ich auch schon mit Kurzgeschichten an und habe seitdem nicht aufgehört.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Nachdem ich einige Aktenordner mit Kurzgeschichten vollgeschrieben hatte, war das der nächste logische Schritt. Ich habe mir im Studium in einen Sommersemesterferien selbst die Herausforderung gestellt, einen Roman zu schreiben. Rein vom Umfang habe ich es geschafft, aber die Qualität ließ zu wünschen übrig - der hat die Schublade nie verlassen. Die erste Buchveröffentlichung hatte ich 2007, das war knapp zehn Jahre nach diesem ersten Gehversuch.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Es war durchaus in der Jugend schon ein Fernziel, aber ich war immer realistisch genug, mich nicht Hals über Kopf in so ein Abenteuer zu stürzen. Ansonsten hätte ich es auch direkt nach dem Studium riskiert. Dass ich irgendwas mit Text arbeiten wollte, war relativ früh klar, aber es hätte auch passieren können, dass ich so etwas Pressearbeit mache - damit habe ich beispielsweise in der Spielebranche begonnen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

"Tiefe Saat" ist mein achtes Buch. Davor habe ich drei Fantasy-Romane geschrieben, einen Jugendkrimi, zwei humoristische Sachbücher und habe im Eigenverlag meine gesammelten Kurzgeschichten rausgebracht. Als Übersetzer arbeite ich gerade am sechsten Roman.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Unterschiedlich viel. "Tiefe Saat" ist definitiv das Buch, in dem die meiste Recherche steckt. Eine Recherchereise nach Kabul habe ich nicht gewagt, aber verdammt viel über den Afghanistan-Einsatz gelesen, über die Zuständigkeiten und die Organisation des BKA und so weiter. Wenn ich allerdings die Wahl habe zwischen "Es muss total realistisch sein" und "Es wäre eine total spannende Sache, aber nicht sehr realistisch", dann nehme ich immer Letzteres. Zugunsten der Story verbiege ich lieber die Realität. Als Leser bin ich auch kein Fan von Romanen, in denen der Autor mitten in der Geschichte zehn Seiten lang beweisen will, wie intensiv er sich mit einem Thema befasst hat und was er nun für ein Checker geworden ist ...

Wo schreibst du am liebsten?

Ich kann überall schreiben und wechsle gern. Primär wird die Arbeit im Büro erledigt, aber wenn ich unterwegs bin, habe ich fast immer ein Notebook dabei, falls ich doch etwas schreiben kann. Bei meinem Arbeitsgerät übertreibe ich es ein wenig - ich habe vier verschiedene Notebooks mit unterschiedlicher Größe und Gewicht, kann also in jedem Fall entscheiden, was gerade die beste Lösung ist. Da ich schon seit einigen Jahren konsequent mit Cloud-Diensten arbeite, ist das möglich. Eine meiner Kurzgeschichten habe ich im Krankenhaus-Wartezimmer auf dem Smartphone geschrieben.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Morgens schreite ich erst die Gemarkungen meines Grundstücks ab und füttere die Lamas. Dann mache ich Yoga. Wenn der Morgennebel sich verzogen hat -

Haha, nein, alles gelogen. Ich schreibe einfach. 😊

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Wegen Zeitmangels steckt das nächste Buch immer noch sehr in den Anfängen fest. Ich versuche gerade, einen Science-Fiction-Thriller auf den Weg zu bringen. Einerseits möchte ich auf meiner Thriller-Erfahrung aufbauen, andererseits aber auch wieder Fantastik schreiben. Allerdings habe ich gerade wieder einmal interessante Computerspieleprojekte auf dem Tisch, weswegen ich wahrscheinlich noch einige Zeit brauche, um das Buch auf den Weg zu bringen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Wenn ich einen herausheben soll, dann eindeutig Stephen King. Er ist für mich der perfekte Erzähler. Und ich bewundere, mit welcher Konsequenz er über Jahrzehnte hinweg seine Bücher schreibt.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Stephen King habe ich schon genannt, und seine Klassiker wie "es" oder die "Dunkler Turm"-Reihe stehen bei mir ganz oben. Von seinen neueren Büchern hat mich vor allem "Der Anschlag" begeistert. Terry Pratchett ist nach wie vor einer meiner Lieblingsautoren. Nachdem er leider gestorben ist, habe ich einfach angefangen, alle seine Romane noch mal auf Englisch zu lesen. Douglas Adams gehört natürlich auch auf diese Liste. Und Ray Bradbury. Und Philip K. Dick. und Clive Barker. Das sind alles Klassiker - ich hätte gern mehr Zeit, alle aktuellen Autoren zu lesen, denn mir entgehen sicher viele Perlen ...

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, hat man leider kein Hobby mehr. Schreiben plus Familie (zwei Kinder) füllen das Leben schon gut aus. Nebenbei engagiere ich mich hier vor Ort bei Bündnis90/Die Grünen und versuche, meine Jogging-Form einigermaßen zu halten. Aber verplempere gern auch etwas Zeit mit der PlayStation.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Da ist eigentlich nur ein großer Traum: mit eigenen Projekten so erfolgreich zu sein, dass ich mich darauf konzentrieren kann. Ich genieße es, vielseitig in verschiedenen Medien zu arbeiten, aber am schönsten wäre für mich, unabhängiger zu sein. Das Risiko ist mir allerdings zu groß, einfach nur an eigenem Kram zu arbeiten, ohne zu wissen, ob es irgendwen interessiert, also versuche ich die Balance zwischen Auftragsarbeiten und eigenen Sachen zu finden. Das klappt derzeit gar nicht, wegen des Luxusproblems, dass ich als Dienstleister genug Aufträge habe - aber wenn beispielsweise eine Romanübersetzung richtig Spaß macht und sich das Buch dann noch gut verkauft (so war es mit den Krimis "Der tote Schlüssel" und "Das begrabene Buch" der US-Autorin D.M. Pulley), ist das auch schön.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Die beste Antwort wäre vermutlich: Das nehme ich sehr ernst, jede Leserstimme ist wichtig, rarara. Aber ich will diese Frage ganz ehrlich beantworten, denn wie vermutlich viele andere lese auch ich fanatisch jedes Feedback, sei es als Rezension oder per Mail. Die positiven Rückmeldungen sind immer gut, und manchmal kommen sie gerade dann, wenn man alles hinschmeißen will, sie können also fundamental hilfreich sein. Echte Kritik lasse ich natürlich gelten, wenn etwas objektiv falsch ist. Aber wenn eine Figur bei einem Leser nicht funktioniert, wenn irgendwas als "unglaubwürdig" bezeichnet wird, wenn Dialoge nicht ankommen ... ganz ehrlich: ist mir egal. Ich kann's nicht jedem recht machen. Aber ich schreibe jetzt seit 30 Jahren, mal besser, mal schlechter, und mein Ziel ist immer, selbst mit einem Text so zufrieden wie möglich sein. (Und über diese "Rezessionen" von Kunden, die voller Tippfehler dahingerotzt werden, reden wir am besten gar nicht erst.)

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!


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