Interview mit Gunnar Kunz

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich stamme aus Wolfenbüttel, einer Kleinstadt in Niedersachsen. Nach Abitur und Zivildienst habe ich 14 Jahre am Theater gearbeitet, hauptsächlich als Regieassistent, aber auch in so ziemlich allen anderen Berufen hinter der Bühne. Außerdem male ich und zeichne Cartoons (wenn ich dazu komme). Vier Jahre habe ich in Hamburg gelebt, zwei in Edinburgh, seit 1987 lebe ich in Berlin.

Seit wann schreibst du?

Seit ich zehn bin. Damals kleine Geschichten auf Kellnerblöcke, die ich auch selbst illustriert habe.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich war immer ein Vielleser, oft habe ich mehrere Bücher an einem Tag verschlungen. Und ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen, als mein Leben lang Geschichten zu erfinden. Ich kann mir übrigens immer noch nichts Schöneres vorstellen. Na ja, vielleicht Rockmusiker zu sein. Aber nein, selbst das könnte mich nicht vom Schreiben abhalten.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Mit zehn habe ich angefangen zu schreiben, und seit der Zeit war es mir auch ernst mit meinem Berufswunsch. Meine Umwelt hat zwar darüber gespöttelt, aber die wussten halt nicht, wie hartnäckig ich sein kann. Trotz all der harten Jahre, die ich dann später wie fast jeder Autor gehabt habe. Die Arbeit am Theater kam zusätzlich dazu. Schreiben stand für mich immer an erster Stelle.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Neben meiner Krimiserie (von der es derzeit 5 Bände gibt) zwei Kinderbücher, ein Fantasy-Jugendbuch, ein Nibelungenroman, ein Buch über Schottland, ein Reimlexikon, Kurzgeschichtenbände, und demnächst erscheint der erste Band einer Fantasytrilogie. Daneben noch Hörspiele und rund 40 Theaterstücke und Musicals. Mehr darüber hier:

www.gunnarkunz.de

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich, und zwar akribisch. Das gilt übrigens für alle Bücher, auch für Fantasyromane (z.B. über das Mittelalter, mythologische Wesen, Rituale, Kampftechniken, Schmiedehandwerk etc.). Für meine Krimiserie recherchiere ich über die zwanziger Jahre, die politische, soziale und kulturelle Situation, aber auch über das Alltagsleben. Ich möchte den Lesern die damalige Zeit so nahe bringen, dass sie das Gefühl haben, darin zu leben, das geht nur über Details. In Vorbereitung auf einen neuen Roman recherchiere ich nicht nur im Internet und wälze stapelweise Bücher aus Bibliotheken, sondern ich studiere auch die Tageszeitungen der damaligen Zeit und führe Interviews mit Fachleuten oder fahre z.B. für meinen Zeppelinroman ins Zeppelinmuseum nach Friedrichshafen.

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem Schreibtisch.

Hast du ein festes Schreibritual?

Nein, aber einen strukturierten Tagesablauf. Vormittags schreiben, nachmittags telefonieren, recherchieren und all die ungeliebten Dinge tun, die nun mal zum Alltag eines Schriftstellers gehören, also Selbstvermarktung, Buchführung etc., abends lese ich das recherchierte Material und mache mir über das Kapitel Gedanken, das ich am nächsten Morgen schreiben will.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Da ich die komplette Geschichte der Weimarer Republik mit meinen Kriminalromanen erzählen will, sind noch einige Bücher fertigzustellen. Ich bin dran.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

So etwas wie ein Vorbild habe ich nicht, aber natürlich beeinflussen einen die Autoren, die man im Laufe seines Lebens entdeckt. Ein starker Einfluss war zweifellos der Science-Fiction-Autor Theodore Sturgeon, der eine ganz eigene Art hatte, zutiefst Menschliches auszudrücken.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Kann ich nicht sagen. Noch heute bin ich ein Vielleser und lese, was mir unter die Finger kommt, und zwar ohne Berührungsängste.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen. Musik hören. Freunde treffen. Im Urlaub wandere ich gern in der wilden schottischen Landschaft, was ein wunderbarer Ausgleich zum hektischen Großstadtleben in Berlin ist.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Na ja, eine Verfilmung meiner Krimiserie wäre natürlich schön. Oder auch meiner anderen Bücher.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Ich habe zum Beispiel großen Spaß an Lesungen und an den Fragen des Publikums. Und wenn das Publikum aus Kindern oder Jugendlichen besteht, sind die Fragen und die Rückmeldungen auf meine Bücher hemmungslos, was mir gut gefällt.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.

Gern geschehen.

Magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielen Dank an all diejenigen, die meine Bücher lesen und mir damit ermöglichen, meinen Traum zu leben. Aber auch unabhängig von meinen Büchern freue ich mich über jeden, der in diesen multimedialen Zeiten den Zauber des Lesens für sich entdeckt und genießt. 


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